"Ich möchte Pilotin werden…und ich möchte Erzieher werden!"

Evangelische Landeskirche Württemberg

Beim "Girls und Boys Day" konnten am 26. April Jungen und Mädchen in ganz Deutschland für einen Tag die Schulbank mit dem Berufsleben tauschen. Die Jungen schnupperten in typische Frauenberufe und die Mädchen in typische Männerberufe. So lernten die Schülerinnen zum Beispiel den Beruf des Physikers oder des Handwerkers kennen. Die Jungen wiederum konnten Einblicke ins Berufsleben einer Erzieherin oder einer Altenpflegerin gewinnen. Auch die Evangelische Kirche nahm am "Boys’ Day" teil: In vielen kirchlichen Kindergärten  konnten die Jungen für einen Tag in die Rolle des Erziehers schlüpfen.  
Im Kindergarten Bergwald in Stuttgart-Heumaden haben sich der zwölfjährige Sammy und der elfjährige Theo dieser Aufgabe gestellt und mit den Kindern gemeinsam gespielt, gegessen, gesungen und Konfliktsituationen geklärt. Theo hat die Arbeit so viel Spaß gemacht, dass er sich nach der Schule sehr gut vorstellen könnte, als Erzieher zu arbeiten. Und auch die Kinder waren von der Arbeit der jungen Männer begeistert. So hat sich der fünfjährige Samuel am Ende des Tages gewünscht, dass Theo bei ihm im Kindergarten bleiben soll.
Nicht nur die Kinder, sondern auch die Erzieherinnen haben sich an diesem Tag sehr gefreut, auch einmal männliche Unterstützung in ihrem Team zu haben. Erzieherin Daniborka sieht Dank des "Boys’ Day" eine große Chance, dass in Zukunft auch mehr Männer den Beruf des Erziehers ausüben wollen. Denn vor allem Kinder von alleinerziehenden Müttern könnten sonst wenig Erfahrungen mit männlichen Bezugspersonen sammeln. Der "Boys’ Day" wurde in diesem Jahr bundesweit zum zweiten Mal organisiert. In Baden Württemberg nahmen über 4.000 Jungen teil.

Der "Girls’ Day" hingegen hat dieses Jahr bereits zum elften Mal stattgefunden. Mehr als 15.000 Mädchen verschafften sich einen Einblick in naturwissenschaftliche und technische Berufe. Einige junge Frauen hatten die Möglichkeit, im Institut für Luftfahrtsysteme in Stuttgart einen Flugsimulator kennen zu lernen. Dafür bekamen sie zunächst eine technische Einweisung und durften dann in einem richtigen Cockpit ihren ersten virtuellen Flug ausüben. Die dreizehnjährige Ann-Katrin hatte zunächst ein ziemlich mulmiges Gefühl, als sie die vielen Knöpfe und Hebel erblickte. Doch Arne Altmann vom Institut begleitete sie und erklärte den Mädchen ausführlich, wie sie ein Flugzeug zu bedienen haben. Die Mädchen waren allesamt beeindruckt. Dennoch sind sie sich nicht ganz sicher, ob sie nach der Schule tatsächlich einen technischen Beruf ausüben wollen. "Ich bin leider nicht so gut in Mathe und Physik und deshalb nicht so sicher, ob ein Studium rund um Luftfahrt dann so geeignet für mich wäre", erzählt Jasmin. Ann-Katrin wiederum könnte sich gut vorstellen, später in diesem Bereich tätig zu sein und sieht den Girls Day als perfekte Möglichkeit, verschiedene Berufe kennenzulernen. Bei einer Sache sind sich die Mädchen dann auf alle Fälle wieder einig: "Der Tag hat großen Spaß gemacht und war auf alle Fälle viel interessanter als ein gewöhnlicher Schultag."
 

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