Potenziale entdecken und Mauern einreißen

Evangelische Landeskirche Württemberg

Mit Vorträgen, die verbreitete Denkmuster in Frage stellen, sollen „Potenziale entdeckt“ und „Mauern in den Köpfen eingerissen“ werden. Das sagte der Leiter des Zentrums, Helmut A. Müller, bei der Vorstellung des neuen Halbjahresprogramms. Zum Beispiel die Mauer, die Natur- und Geisteswissenschaften voneinander trennt. Sie sei nicht mehr zeitgemäß. Der Theoretische Physiker Prof. Walter Greiner sagt: „Je tiefer ich in die physikalisch-gesetzlichen Abläufe blicke, um so erstaunter stehe ich vor dem Wunderwerk unserer Welt.“ Sein Vortrag ist am 25. Oktober. Am Tag darauf wirbt der schwedische Erziehungsberater und Bestsellerautor Jesper Juul für Gelassenheit in der Kindererziehung.

Stuttgart 21: Mit etwas Abstand die richtigen Fragen stellen

 

Auch zum Streit um „Stuttgart 21“ bezieht das Hospitalhofprogramm Stellung. Die Vortragsreihe „Vom Pragmatismus lernen“ will „Mauern“ in der Stadtgesellschaft überwinden. Im Rahmen der Reihe zeigt am 15. September der Münchner Philosoph Prof. Hans-Martin Schönherr-Mann, wie man die eigene Position hinterfragen und so andere besser verstehen kann. Am 20. Oktober spricht der Düsseldorfer Philosoph Prof. Dieter Birnbacher über Ökologie, Ethik und pragmatische Urteilsbildung selbst da, wo „wir keine gemeinsamen Werte mehr teilen“. Und am 9. November spricht der Züricher Theologieprofessor Pierre Bühler über Paul Watzlawicks berühmten Satz: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Ist Fairness und Rücksichtnahme nur etwas für Versager? Nein, Fairness ist ein „Schlüssel zu Kooperation und Vertrauen“ und damit auch eine Schlüsselkompetenz, um im Wirtschaftsleben langfristig Erfolg zu haben, sagt der Philosoph, Theologe, Therapeut und Coach Norbert Copray in seinem Vortrag am 14. September. Am 22. September hinterfragt der Theologe und Ethiker Prof. Ulrich Eibach Hirndopings-Techniken und ihr Menschenbild. Am 11. Oktober erläutert der renommierte Hirnforscher Prof. Hans Markowitsch, wie Erinnerungen im menschlichen Gehirn gebildet werden. Markowitsch war unter anderem Gutachter im Gerichtsverfahren gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann.

Alle sehnen sich nach Frieden

 

Ein heißes Eisen wird ab November mit der Vortragsreihe „Alle sehen sich nach Frieden“ angepackt. Die Reihe beleuchtet die handfesten Interessen, die hinter den Kriegen der letzten Jahre stehen, und stellt die Grundsatzfrage, ob Krieg als Mittel der Politik gedacht werden darf. Die Reihe beginnt am 19. November mit dem Essener Kulturwissenschaftler Prof. Harald Welzer und seinem Vortrag: „Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird“.

Übergangsquartiere ab Februar 2012

 

Im Januar 2012 pausiert die Bildungsarbeit am Hospitalhof. Im Februar startet sie in Übergangsquartieren neu. Zwei Jahre lang wird der alte Hospitalhof abgerissen und neu gebaut. Die Bildungsarbeit geht unter anderem im benachbarten CVJM-Gebäude und im Gemeindehaus Erlöserkirche (Birkenwaldstraße 24 in Stuttgart-Nord) weiter.

Die Vorträge beginnen in der Regel um 20 Uhr, bis Dezember im Hospitalhof, Büchsenstr. 33 in der Stadtmitte. Nähere Informationen unter http://www.hospitalhof.de.

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