In New York und wo auch immer

Koch meint…

 

 

„Wenn ich mit etwas bombensicher rechnen darf, dann ist es dies, dass Gott mit seinen Überraschungen pünktlich und mit frappierender Präzision zur Stelle ist.“

Vom Theologen Helmut Thielicke stammt dieser Satz, und dass Thielicke damit, glaube ich, recht hat, habe ich in den vergangenen Tagen und Wochen selber erfahren. Lassen Sie mich kurz davon erzählen!

Christopher, mein Sohn, arbeitet in New York. Von daher sehen wir uns nicht wirklich oft. Jetzt aber, als ich im Urlaub im Kleinwalsertal gewesen und dort eines Abends zum Essen gegangen bin, stand er plötzlich hinter mir. Ehrlich gesagt hätte ich mich in dem Augenblick nicht im Spiegel sehen wollen, so verdutzt muss ich dreingeschaut haben. Denn davon, dass er kommen würde, hatte ich keine Ahnung. Seine beiden Schwestern schon. Auch die Besitzer der Ferienwohnung waren eingeweiht. Sogar die Oma dort wusste Bescheid. Und alle haben sie dichtgehalten. Verschwörung pur sozusagen und eine wirklich gelungene Überraschung, auch wenn Christopher dann nur zwei Tage bleiben konnte! Für die ich ihm und vor allem auch Gott dankbar bin. Denn nicht zuletzt Gott habe ich bei dieser Überraschung mit am Werk gesehen.

Dann war Christopher zurück in New York und hat dort das Erdbeben vom vergangenen Dienstag miterlebt. „Ich hatte Angst und bin mit dem Hund auf die Straße gerannt“, bekam ich per E-Mail zu lesen. Und jetzt das mit dem Wirbelsturm „Irene“. Der nicht wie das Erdbeben von jetzt auf nachher, aber dafür sehr viel bedrohlicher kam. Auch in Form von Nachrichten über den Ozean. Und als Fotos vom John F. Kennedy-Flughafen, wo Christopher arbeitet. Oben sind ein paar davon.

Jetzt in diesem Augenblick wüten draußen die Elemente. Die Flugzeuge hat man in Sicherheit gebracht. Gestrandete Passagiere versuchen, auf den gerade eben noch leeren Liegen zu schlafen. In Gedanken bin ich, sind viele bei ihnen und all jenen, die in diesen Stunden in New York und an der ganzen Ostküste der USA eine unruhige Nacht verbringen, Angst haben, vielleicht auch ein wenig um ihr Leben fürchten.

Überraschungen – schöne und weniger schöne! Und auch bei den weniger schönen Überraschungen ist Gott mit am Werk. Erzbischof Dom Hélder Câmara:

„Sag ja zu den Überraschungen, die deine Pläne durchkreuzen, deine Träume zunichte machen, deinem Tag eine ganz andere Richtung geben – ja vielleicht deinem Leben! Sie sind nicht Zufall. Lass dem himmlischen Vater die Freiheit, deine Tage zu bestimmen!

Aber jetzt in dieser Situation scheint mir weder der Satz vom Anfang noch der Satz vom Schluss wirklich angemessen zu sein. Und deshalb höre ich lieber ganz einfach so auf:

„Herr, unser Gott, sei du mit den Menschen in New York und wo auch immer! Und gib, dass sie dir am Ende dieser Stunden und Tage für ihre Bewahrung danken können!“

Das meint Koch. Und was meinen Sie?


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