Hier finden Sie erprobte Gottesdienste, vor allem Jugendgottesdienste.
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| "Die Uhr schlägt - alle."(*) oder: Zeit - wie gehen wir damit um? | Ein ökumenischer Jugendgottesdienst mit Maria und Martha, grauen Gestalten und einer Uhr |
(*) aus den "Unfrisierten Gedanken" des polnischen Schriftstellers Stanislaw Jerzy Lec (+ 1966)
Instrumental-Musik
Impuls
Eine übergroße Uhr hängt im Altarraum. Ihre Zeiger bewegen sich langsam. Eingespielt per Tonband wird das laute Ticken einer Uhr. Um die Uhr herum laufen graue Gestalten (in grauen Mänteln mit Hüten; der Anklang an "Momo" ist beabsichtigt)
Lied "Jetzt ist die Zeit"
Begrüßung und Hinführung zum Thema
Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen und zur Ehre Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Wenn Du mich fragst: "Hast du heute Zeit für mich?" - "Können wir uns heute sehen?" - muss ich dir leider antworten: "Ich habe keine Zeit." Denn nachher beginnt der Unterricht, bis 12.40 Uhr bin ich ausgebucht, von 14-15 Uhr habe ich Klavierstunde, anschließend werde ich Hausaufgaben machen und auf die Physikarbeit lernen. Mein Termin beim Zahnarzt steht auch schon seit 4 Wochen fest und auf das Turnen im Sportverein kann ich auf keinen Fall verzichten. Um 21.00 Uhr komme ich, wenn alles gut geht, nach Hause und dann werde ich mir noch um halb elf den Spielfilm ansehen, diesmal ist es ein italienischer Krimi. - Du siehst, der Tag ist voll. Ich habe keine Zeit. Übrigens, morgen habe ich auch keine Zeit, andere Termine." - Wie gehen wir mit unserer Zeit um? Die Uhr schlägt - uns alle. Wirklich?
Eingangsgebet (Die grauen Gestalten stehen während dessen im Altarraum).
Herr, die Zeit läuft mir davon, und ich habe zu wenig von ihr.
Ich lebe nicht im Jetzt, sondern angstvoll im Morgen und verträumt im Gestern.
Meine Tage sind auf Wochen verplant und die Wochen erscheinen mir wie Tage.
Wenn ich sitze, gehe ich schon, wenn ich gehe, bin ich schon am Ziel.
Ich höre den Menschen nicht zu, finde keinen Ort der Ruhe mehr,
haste von Termin zu Termin und kenne mein Ziel nicht mehr.
Du, Herr, hast Zeit für mich, bist immer da, wenn ich dich rufe.
Lass mich erkennen, worauf es ankommt. Lass mich erkennen, dass meine Zeit
in deinen Händen steht. Amen.
Interview mit den grauen Gestalten
Die grauen Gestalten beginnen im Takt der Uhr (Tonband) zuerst langsam, dann immer schneller um den Altar zu laufen. Ein Interviewer nimmt sich nacheinander die Gestalten heraus und befragt sie unter Zeitdruck.
Der Interviewer fragt: "Haben Sie Zeit für mich?" Die Gestalten antworten stereotyp: "Nein, ich muss ..." (jeweils mit Gründen ergänzen) Bei jeder abschlägigen Antwort nehmen die grauen Gestalten ein unter ihren Mäntel verborgenes Pappstück hervor und verdecken damit Teile der großen Uhr, entsprechend ihrer bereits verplanten Zeit. Am Ende wird die Uhr von den Pappstücken ganz verdeckt.
Der Interviewer stellt abschließend fest: Es ist keine Zeit mehr für mich übrig.
Lied: "Hilf, Herr, meines Lebens"
Sprechtexte: "Wie schlage ich die Zeit tot?"
Jugendliche tragen ihre vorbereiteten Gedanken mit mehreren Sprechern vor.
Instrumentalstück
Textlesung: Maria und Martha (Lk 10,38-42)
Dialog zwischen Maria und Martha
Martha: Ich versteh das nicht. Wenn Gäste kommen, muss doch der Haushalt in Ordnung sein. Schließlich soll das Essen pünktlich auf dem Tisch stehen. Und ich mach das ja auch meistens gern.
Maria: Das klingt ja wie ein Vorwurf. Ich fand es auch nicht schön, dass du Jesus eingeschaltet hast. Sollte er mich etwa ermahnen? Meinst du, ich hätte nicht gemerkt, dass du arbeitest, und ich mich zu ihm setze?
Martha: Einer muss doch die Küche machen, sonst hätte er ja nichts zu essen bekommen. Sonderbar fand ich schon, wie Jesus reagiert hat: er hat dich ja noch in Schutz genommen: Maria hat das gute Teil erwählt, hat er gesagt. Wie sähe es aus, wenn ich alles liegen lassen würde?
Maria: Sicher, der Haushalt ist wichtig, Aber Jesus kommt doch so selten zu uns, da lass ich gern mal was anderes liegen. In diesem Moment war mir das Gespräch mit Jesus einfach wichtiger.
Martha: Ja, schon, aber ... ich wollte eben alles der Reihe nach erledigen: den Tisch decken, Essen kochen, Küche aufräumen ...
Maria: Du willst immer alles. Dabei merke ich doch, wie hektisch du wirst. Ich finde es besser, sich auf wenige Dinge zu beschränken und sich ganz darauf zu konzentrieren. Deshalb habe ich sicher mehr von dem Gespräch mitbekommen als du.
Martha: Du hast vielleicht recht. Ich fülle meine Zeit wohl mit zu vielen Aktivitäten aus. Es fällt mir auch schwer, Wichtiges von weniger Wichtigem zu unterscheiden. Das kannst du besser.
Maria: Ich mach nicht immer das, was ich vorhatte. Manchmal reagiere ich spontan, das kommt ganz auf die Situation an. Wenn ich z.B. beim Einkaufen Freunde sehe, gehe ich doch nicht einfach an ihnen vorbei. Umgekehrt freue ich mich auch, wenn andere für mich Zeit haben und mich besuchen. Das tut gut und ist wichtig für mein Leben.
Kurzgespräch mit den GottesdienstteilnehmerInnen an der großen Uhr
(bei jedem "positiven" Punkt wird aus der Uhr ein Pappstück herausgenommen und die beiden Zeiger darunter werden langsam wieder sichtbar. Am Ende ist nur ein Teil der Uhr verdeckt. Die "offenen Stellen" sagen: hier bleibt noch Zeit; hier kann ich sein, ohne zu müssen)
"Zeitgemäß leben heißt:"
- Weniges gründlich tun und erleben, statt Vieles oberflächlich zu erfahren
- Menschen wichtiger nehmen als Dinge
- Wichtiges von weniger wichtigem zu unterscheiden
- Sich seine Zeit nicht nicht nur von Plänen und Pflichten diktieren lassen, sondern auch erkennen wo ein anderer mich braucht
- Das eine zu tun, was Not ist: Zeit für Gott haben, sich mit Bitte und Dank an ihn wenden, still sein vor ihm, auf ihn hören und tun, was er will.
Lied: Meine Zeit steht in deinen Händen
Fürbitten
Herr, bewahre uns davor, gedankenlos und planlos unsere Zeit totzuschlagen, in dem wir irgendetwas machen.
Schenke uns immer mehr die Kraft und Einsicht, Wichtiges von weniger Wichtigem zu unterscheiden.
Lass uns immer Zeit finden, anderen Menschen zu helfen, die in Not sind.
Lass uns auch Zeit für Dich finden, still werden vor Dir und auf dich hören.
Vaterunser
Aktion
Kleine Uhren aus Pappe werden verteilt. Auf der Rückseite befindet sich ein Segensspruch zum Thema "Zeit"
Lied: Laudato si
Segen
Instrumentalstück
Zuletzt geändert von Thomas Binder (admin) am 07.01.2010 um 00:54
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