Landesbischof zur Diskussion um die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare

Landesbischof July schreibt an Landessynodale zur Diskussion um die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July © Foto: Wilhelm Betz

Im laufenden Prozess der württembergischen Landeskirche, zu einem breit getragenen Konsens zum Thema Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zu kommen, haben Äußerungen der Stuttgarter Prälatin Arnold zu Diskussionen geführt. Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July hat heute an die Mitglieder der Landessynode ein Brief geschrieben, der darauf hinweist, dass wie geplant der bisherige Diskussionsprozess zum Thema in einem Studientag der Synode im Juni aufgenommen und dann in der Herbstsynode auf der Tagesordnung stehen soll. Hier der Brief im Wortlaut:

Liebe Landessynodale,

mit einer Bitte zum Pfingstfest möchte ich Sie zu Beginn meines kurzen Schreibens aus aktuellem Anlass grüßen: „Komm, Heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläub’gen Herz, Mut und Sinn…“ (EG 125)

Da es in den letzten Tagen schon einige Diskussionen um Äußerungen von Prälatin Gabriele Arnold gegeben hat (im Pro und Contra) und wir auf dem Weg zum Studientag der Landessynode sind, will ich Sie auf diesem Weg informieren, dass Prälatin Arnold schon vor einiger Zeit zugesagt hat, die Schirmherrschaft über den Christopher-Street-Day Stuttgart 2017 zu übernehmen. Diese Veranstaltung wehrt sich gegen die Ausgrenzung homosexueller Menschen und tritt für gesellschaftliche Toleranz ein. Frau Arnold wollte mit ihrer Zusage ein Zeichen geben, dass auch die Kirche gegen Diskriminierung auftritt.

Allerdings hat Prälatin Arnold diese Entscheidung im Vorfeld weder mit mir, noch mit dem Kollegium abgesprochen und übernimmt für diese sehr persönliche Entscheidung Verantwortung. Ich bin jetzt selbstverständlich mit ihr darüber im dienstlichen Gespräch.

Mir ist vollkommen bewusst, dass nach den Diskussionen der vergangenen Tage diese Informationen möglicherweise weitere Polarisierungen und Emotionalisierungen hervorrufen. Frau Prälatin Arnold bedauert, dass unbeabsichtigter Weise der Eindruck entstanden ist, dass sie den Entscheidungsprozessen der Landessynode zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat. Sie will zu dem Gelingen dieses Prozesses künftig beitragen.

Ich erwarte aber von uns allen, dass wir uns unseres Versprechens erinnern, „dass Kirche gebaut“ werde. Dazu gehört nun, miteinander auf dem Weg zu bleiben und sich an getroffene Absprachen zu halten. Gerade der Studientag ermöglicht ein Hören, Diskutieren, ein Teilen von Erkenntnissen oder auch ein Feststellen von unterschiedlichen Deutungen. 

Die evangelische Landeskirche hat hier im Miteinander der Verfassungsorgane den gemäßen Weg zu suchen und zu finden. Ich bitte nun, alle ihrer Verantwortung bewusst zu bleiben und den synodalen Weg einer geordneten Konsenssuche zu gehen.

Innerkirchliche Konsensprozesse zu organisieren, auf die versöhnte Verschiedenheit zu achten, bedarf des Mutes, des Gebets, der Hoffnung und der Liebe. Das unterscheidet uns von parlamentarischen Prozessen.

Ich habe diesen Mut und erbitte für uns alle die Geistesgegenwart Gottes, der uns lehren und begleiten will.

In diesem Sinne: Ein frohes und gesegnetes Pfingstfest!

Ihr

Dr. h. c. Frank Otfried July

Quelle: Evangelische Landeskirche Württemberg ( http://www.elk-wue.de/index.php?type=13)
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