Otto Schaude ist tot

Otto Schaude ist tot

Der Bischof in Sibirien und frühere württembergische Synodale wurde 72 Jahre alt

Der frühere württembergische Landessynodale und Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten, Otto Schaude, ist tot. Er starb am Dienstag, 27. September, in Eningen unter Achalm im Alter von 72 Jahren.

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Der ehemalige Synodale und Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche im Ural, Sibirien und Fernen Osten, Otto Schaude, ist tot. © EMH

„Otto Schaude war in seinen verschiedenen Ämtern ein unermüdlicher Streiter für die Verbreitung des Evangeliums. Als Bischof hat er treu noch die kleinste Gemeinde in seinem weitläufigen Aufgabengebiet besucht. Er hat vielen, vor allem auch älteren Menschen, Kraft und Zuversicht vermittelt und mitgearbeitet, dass die evangelisch-lutherische Kirche auch in Sibirien weiter wachsen kann“, sagt der württembergische Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July. Und der Bildungsdezernent, Oberkirchenrat Werner Baur, betont: „Mit Otto Schaude verliert die Landeskirche eine geistlich tief geprägte und prägende Persönlichkeit. Otto Schaude war einer der Pioniere der Freien Evangelischen Schulen in unserer Landeskirche. Als leidenschaftlicher Pädagoge und visionärer Christenmensch hat er Zeichen der Hoffnung und des Aufbruchs gesetzt.“

Der in Blaustein-Wippingen (Landkreis Ulm) geborene Bauernsohn war der jüngste Schulrektor Württembergs und gehörte zu den führenden Vertretern des Pietismus im Land. Er war Rektor der Freien Evangelischen Schule in Reutlingen, Leiter des Gemeinschaftsverbands der Altpietisten in Württemberg und gehörte von 1983 bis 2008 als Mitglied des Gesprächskreises „Lebendige Gemeinde“ der Landessynode an.

2010, bereits im Ruhestand, wurde der Pädagoge zum Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten gewählt. Das Gebiet reicht vom Ural bis Wladiwostok und umfasst 8.000 Kilometer in der Länge und 3.000 Kilometer in der Breite. Schaude versah das Bischofsamt ehrenamtlich und verstand seine Aufgabe als Pionierarbeit. Es galt vor allem den Wandel zu gestalten. Denn von den Deutschstämmigen, die früher das Gemeindeleben geprägt hatten, waren die meisten davon ausgereist. Russisch musste als Gottesdienstsprache eingeführt, Mitarbeiter mussten gewonnen und geschult werden und neue Strukturen aufgebaut. Nicht zuletzt stellten Armut, zerrütte Familien, Alkoholprobleme und Straßenkinder die größte Landeskirche auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion und damit auch deren Bischof vor große diakonische Herausforderungen.

Die Beerdigung findet im engsten Familienkreis statt. Eine öffentliche Trauerfeier der Apis,.Evangelischer Gemeinschaftsverband Württemberg, wird auf dem Schönblick in Schwäbisch Gmünd stattfinden. Den Termin gibt der Verband sobald als möglich bekannt.

Quelle: Evangelische Landeskirche Württemberg ( http://www.elk-wue.de/index.php?type=13)
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