Waldheim wichtiger Bestandteil der Jugendarbeit

Evangelische Landeskirche Württemberg

175 Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren können sich derzeit bei der zweiten diesjährigen Sommerfreizeit im Esslinger Waldheim beim Jägerhaus austoben. Seit 1955 bietet die Evangelische Gesamtkirchengemeinde dort Ferienfreizeiten an. Damit dies auch künftig möglich sein wird, hat die Gesamtkirchengemeinde, der Haus und Grundstück gehören, in den letzten Jahren viel investiert.

„Das Waldheim ist uns lieb und teuer. Die Freizeiten sind ein wichtiger Teil unserer Jugendarbeit“, so Dekan Bernd Weißenborn. Deshalb versuche man den Spagat zwischen den Interessen der Pächter, die das Haus bewirtschaften, und den Anforderungen an die Freizeiten zu schaffen. Sechs Wochen im Sommer ruht der Hotel- und Tagungsbetrieb. Um die Schäden durch die muntere Horde von bis zu 260 Kindern pro dreiwöchiger Freizeit möglichst gering zu halten, muss das Haus „freizeittauglich“ gemacht werden. Unter anderem werden Wände und Böden abgedeckt. Innerhalb weniger Tage nach der zweiten Freizeit müssen diese Schutzmaßnahmen dann wieder abgebaut werden, damit das „Neo-Hotel“ seinen Betrieb wieder aufnehmen kann.

Zwischen 5.000 und 10.000 Euro beträgt das Defizit der Sommerfreizeiten jedes Jahr. Weil die neue Pächterin Christina Demuth, die das Neo-Hotel vor einem Jahr eröffnet hat, wie auch die Gesamtkirchengemeinde viel Geld in Renovierung und Ausstattung des Hauses gesteckt haben, waren in diesem Jahr neue Abdeckungsmaßnahmen nötig, erklärt Weißenborn. „Sie können aber in den kommenden Jahren wieder verwendet werden.“ So rechnet er in diesem Jahr mit einem Defizit von rund 30.000 Euro.

„Wir sind mit dem neuen Konzept sehr zufrieden und freuen uns, dass das Neo-Hotel so gut angenommen wird“, betont Siegfried Bessey, Vorsitzender des Gesamtkirchengemeinderats. Deshalb stehe man hinter den Investitionen.

„Die Schutzmaßnahmen funktionieren gut und auch die Container werden von den Mitarbeitern gut angenommen“, sagt Diakonin Gesine Friedrich, die die zweite Freizeit mit einem ehrenamtlichen Team leitet. Die Container wurden als Ersatz für einige Räume aufgestellt, die für die Freizeiten nicht mehr genutzt werden können. „Diese Einschränkungen tun der Stimmung keinen Abbruch“, betont Friedrich.

Bereits im vergangenen Jahr hat die Gesamtkirchengemeinde 136.000 Euro ins Waldheim investiert: für Brandschutzmaßnahmen, die Sanierung des Abwassersystems, die Renovierung des Bettenbaues, neue Zäune und die Instandsetzung der Küche. In diesem Jahr wurden die Hütten renoviert und deren Fenster ausgetauscht. Kostenpunkt bisher 211.000 Euro. Noch sei allerdings nicht alles abgerechnet, erklärt Kirchenpfleger Eberhard Bantel. Ebenfalls in diesem Jahr werde für rund 52.000 Euro zudem noch die Dachterrasse erneuert. Derzeit wird der Baumbestand auf dem Gelände gepflegt und ausgedünnt. Aus Sicherheitsgründen muss unter anderem Totholz entfernt werden.

Um die finanzielle Belastung etwas zu mildern, hofft die Kirche auf Spenden. Der „Esslinger Beitrag“, eine freiwillige Zuwendung, um die die Gesamtkirchengemeinde in jedem Jahr für unterschiedliche Projekte bittet, soll 2014 unter anderem dem Waldheim zu Gute kommen.

Ulrike Rapp-Hirrlinger

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