„Kirchen sind bedeutend für Zukunft der Gesellschaft“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Die Kirchen hätten eine zentrale Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Er predigte im Festgottesdienst anlässlich des Evangelischen Kirchenbezirksfestes am Sonntag, 13. Juli in Calw vor rund 1.500 Christen auf dem Marktplatz.

 

Ein demokratischer Staat, in dem Religionsfreiheit herrsche, könne und dürfe sich Sinn und Werte nicht selbst schaffen, führte Kretschmann aus: „Demokratie schafft einen Leer-Raum, den die Menschen mit ihren Glaubenswerten und Handlungsgemeinschaften in Freiheit und Verantwortung selber füllen können.“ Nur so könnten Staat und Gesellschaft aus den vorhandenen Werten schöpfen und müssten sie nicht totalitär selbst erzeugen.

 

„Die Kirchen müssen in uns den Sinn für den Sinn des Lebens wachhalten“, forderte Kretschmann: „Denn wer könnte dies besser als die Kirchen, denen es nicht nur um das Wohl der Menschen geht, sondern um das Heil der Welt?“ Christinnen und Christen sollten der Politik und der Gesellschaft Impulse geben und sie daran erinnern, „dass es keine alternativlosen Sachzwänge gibt“, verlangte der Ministerpräsident. Gleichzeitig mahnte er, die Kirchen dürften sich nicht allein auf politische, soziale und ökonomische Fragen beschränken, vielmehr müssten sie diese auch überschreiten: „Ihre umfassende Bedeutung liegt doch darin, dass sie den Menschen von Glaube, Liebe, Hoffnung erzählen. Es muss ihnen um’s Ganze gehen, nur so stiften sie Sinn.“

 

„Es ist gut und wichtig für die Gesellschaft, dass die Kirchen mit aller Entschiedenheit für den Schutz des Sonntags und der Feiertage eintreten“, betonte Kretschmann. Diese Tage seien ein „Geschenk der Gläubigen an die ganze Gesellschaft“.

Christen seien das Salz der Erde, sagte der Ministerpräsident und bezog sich dabei auf ein Zitat aus der Bergpredigt Jesu: „Wenn wir in unser Land hineinschauen, wo sich so viele Menschen in allen Bereichen für andere engagieren, dann sehen wir, dass uns viele unserer christlichen Werte im säkularen Gewand begegnen. Darüber dürfen wir uns freuen, denn dann hat unser christliches Salz gesalzen.“

 

Der Calwer Dekan Erich Hartmann hatte bereits in seiner Begrüßung seine Freude darüber geäußert, dass sich die Kirche in der Mitte der Gesellschaft und jetzt in Calw auch mitten auf dem Marktplatz befinde: „Dort, wo sonst Gemüse verkauft wird oder wo Udo Lindenberg den Marktplatz rockt.“

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