Schätze aus Studierzimmern württembergischer Pfarrer

Evangelische Landeskirche Württemberg

Am 18. Juli 2014 findet um 16 Uhr im Lesesaal von Archiv und Zentralbibliothek der württembergischen Landeskirche eine Veranstaltung zum Nachlass von Dekan Rudolf Pfisterer zum jüdisch-christlichen Gespräch statt.

Für nicht wenige Pfarrer war die Entscheidung, Theologie zu studieren eine lebenslange Verpflichtung, sich neben der täglichen Arbeit in der Gemeinde auch mit grundsätzlichen Fragen von Kirche, Glauben und Gesellschaft zu beschäftigen. Über die Jahre sind dabei Bibliotheken mit eigenem Profil entstanden; sie geben ein Bild von der Arbeitsweise, den Neigungen und den Zielen der „Arbeit im Studierzimmer“. Archiv und Bibliothek der Landeskirche schätzen sich glücklich, dass ihnen immer wieder von einzelnen Familien solche
Kostbarkeiten anvertraut werden.

Ein Beispiel ist die „Sammlung Pfisterer“ mit ihren vollständig katalogisierten 3500 Büchern und Schriften zum christlich – jüdischen Dialog. Diese thematische Ausrichtung kommt nicht von ungefähr. Die Arbeit Rudolf Pfisterers als Seelsorger 1948 mit jungen deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich, die Begegnungen mit französischen Protestanten und Überlebenden des Holocaust wurden zu einem Schlüsselerlebnis für sein Leben und Versöhnung eine Lebensaufgabe.

Prof. Dr. Sabine Holtz, Universität Stuttgart, hält einen Vortrag mit dem Titel „Der Pfarrer im Studierzimmer. Das kulturelle Kapitel des Pfarrhauses“. Im Anschluss spricht Dr. Michael Volkmann vom „Pfarramt für das Gespräch zwischen Christen und Juden“ an der Evangelischen Akademie Bad Boll zum Thema „Getrennt – versöhnt“. Der Beitrag von Rudolf Pfisterer zum jüdisch-christlichen Gespräch“.

Das Engagement von Rudolf Pfisterer, seine Arbeit für das christlich-jüdische Gespräch und sein Beitrag zur Aussöhnung mit Frankreich fanden Anerkennung über die Kirche hinaus. Die Faculté Protestante Libre in Paris promovierte ihn 1963 zum D. theol. Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg verlieh ihm 1986 den Ehrentitel des Professors, und die Stadt Stuttgart, die Israelitische Religionsgemeinschaft K.d.ö.R. und die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. ehrten ihn 1992 gemeinsam mit der Otto-Hirsch-
Medaille.

Anmeldung noch bis 11. Juli möglich unter 0711-2149-212 oder per Mail an http://Ute.Rapp@dont-want-spam.elk-wue.de

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