„Wo Himmel und Erde sich berühren“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Unter dem Motto „Wo Himmel und Erde sich berühren“ hat die Beutelsbacher Kirchengemeinde vom 17. Mai bis zum 1. Juni in der Zeltkirche ein Gemeindefestival besonderer Art gefeiert. „Wo Himmel und Erde sich berühren“ war sowohl Motto für diese Tage als auch Selbstverständnis der Veranstalter, bestehend aus der Kirchengemeinde, den Apis und dem CVJM. Da hatte Geistliches genauso seinen Platz wie etwa ein von Ortspfarrer Rainer Köpf eigens verfasstes Theaterstück zum „Armen Konrad“, das sich mit der Frage der sozialen Gerechtigkeit im 16. Jahrhundert auseinander setzt.

Vor rund 500 Jahren fand der Legende nach der schwäbische Bauernaufstand gegen den württembergischen Herzog Ulrich mit der sogenannten „Wasserprobe“ im Remstal seinen Anfang. Die Marktgewichte wurden verkleinert und so indirekt die Steuern erhöht. Die Wut darüber entlud sich im Bauernaufstand „Armer Konrad“. Dem Beutelsbacher Pfarrer Rainer Köpf gelang es, mit einer Neufassung als volkstümliches Theaterstück rund um diese Ereignisse „dr ganze Flecka“ auf die Beine zu bringen. Zusammen mit dem Liederkranz Beutelsbach, den Bläsern des Posaunenchores des CVJM und zahlreichen Laienschauspielern wurde Geschichte zur Begeisterung von mehr als sechshundert Besuchern lebendig.

Durch diesen Bauernaufstand haben Menschen mit biblischen Gründen auf ihrer Seite den aufrechten Gang gewagt. Politiker aus vier Parteien diskutierten am darauffolgenden Abend die Ereignisse von damals und haben sie in Verhältnis zu unserer heutigen gesellschaftlichen Situation setzt. Was bedeutet „Gerechtigkeit“ damals und was heute, hat Katrin Altpeter (SPD), Willi Halder (Grüne), Jochen Haußmann (FDP) und Claus Paal (CDU) beschäftigt. Sie wurden vom Journalisten Christoph Zehendner moderiert.

Darüber hinaus waren Unterhaltung mit „Mr. Joy“, Kabarett mit dem „Duo Camilo“, Zirkuswoche für die Kinder, Serenadenabend mit dem Posaunenchor des CVJM Beutelsbach und Pfarrer Steffen Kern sowie die hilfreiche Beschäftigung mit Lebensthemen mit Zeltpfarrer Thomas Wingert weitere Elemente eines 15-tägigen Höhepunkts im Gemeindeleben. Rund 7150 Besucher zählte Zeltmeisterund Diakon Martin Heubach bei 36 Veranstaltungen. Inzwischen hat er mit vielen Helfern das Zelt wieder abgebaut.

Nur rund fünf Wochen später baut er das große Kirchenzelt nicht weit entfernt wieder auf. In der Zeit vom 13. bis 27. Juli wird die Zeltkirche in der Dekanatstadt Backnang ihre Pforten öffnen. Rekordverdächtige 15 Gemeinden und Gemeinschaften haben sich zusammengetan und laden zu den „Backnanger Kirchentagen“ ein.

Thomas Wingert und Martin Heubach

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