Großer Bedarf für stationäres Hospiz

Evangelische Landeskirche Württemberg

Vor wenigen Wochen wurde das Hospiz Esslingen der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde eingeweiht. Innerhalb weniger Tage war das Haus voll belegt. „Dies zeigt, wie groß der Bedarf im Landkreis Esslingen für ein stationäres Hospiz ist“, betont Dekan Bernd Weißenborn.

„Langsam kehrt so etwas wie Alltag ein und die Abläufe haben sich eingespielt“, sagt Susanne Kränzle, die Leiterin des Hospizes. Nach und nach wurden nach der Eröffnung die acht Plätze belegt. Die Gäste kommen aus dem ganzen Landkreis und auch darüber hinaus. Das Team aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat sich zusammengefunden. Eine Besonderheit, die es laut Kränzle in keinem anderen Hospiz im Land gibt, ist es, dass Ehrenamtliche der ambulanten Hospizdienste im Landkreis auch Dienst tun im stationären Hospiz. Diese intensive Verbindung hält Juliane Löffler, die Leiterin des ambulanten Bereichs, für sehr wertvoll. „Es ist bereits ein gutes Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen entstanden“, bestätigt Sabine Schöttner-Becker, die Leiterin des  stationären Hospizes. Unter anderem können so die Ehrenamtlichen der ambulanten Dienste ihre Schützlinge auch im stationären Hospiz weiter begleiten. Weil das Hospiz derzeit keine weiteren Personen aufnehmen kann, werden einige Patienten vom ambulanten Dienst intensiv betreut, bis ein Platz frei wird.

Im Hospiz richtet sich der Alltag so gut wie möglich nach den Wünschen und Bedürfnissen der Gäste. Wer noch aufstehen kann, nimmt an den gemeinsamen Mahlzeiten im Gemeinschaftsraum teil. Nicht nur Pflegekräfte und Ehrenamtliche, auch Angehörige sitzen oft mit am Tisch. Und auch mancher Wunsch kann im Hospiz noch erfüllt werden. So etwa der einer Patientin, die wegen einer Magensonde eigentlich nichts mehr essen sollte, aber großen Heißhunger auf ein  Ei hatte. „Eine Mitarbeiterin hat ihr das Ei gekocht und sie konnte es kauen und schmecken und dann ausspucken. Sie war sehr glücklich danach“, erzählt Juliane Löffler.

Verstirbt ein Gast, halten die Mitarbeitenden eine Abschiedsfeier für Angehörige und Pflegekräfte im Zimmer oder bei Bedarf auch im Raum der Stille. „Manchmal können die Gäste auch noch Wünsche äußern, wie die Feier gestaltet werden soll“, so Sabine Schöttner-Becker. Für die Angehörigen sei die Abschiedsfeier ein großer Trost. Wer möchte, bekommt im Hospiz auch seelsorgerlichen Beistand. Pfarrerin Dorothea Gölz-Most ist als zuständige Seelsorgerin der Gesamtkirchengemeinde regelmäßig im Hospiz. Aber auch die zuständigen Gemeindepfarrer aller Konfessionen und Seelsorger anderer Religionen sind im Hospiz willkommen.

Kränzle ist derzeit noch intensiv damit beschäftigt, auch die Kooperationspartner – Ärzte, Palliativstationen der Kliniken, die ambulante Palliativversorgung SAPV, Sozialdienste, Pflegedienste und andere mit der Hospizarbeit Verbundene – über das Haus zu informieren. Immer wieder machen diese sich ein Bild vor Ort.

„Ich bin sehr dankbar und stolz auf das Leitungsteam, dass der Start des Hospizes so gut gelungen ist. Sie haben viel Leidenschaft und Kompetenz eingebracht“, sagt Dekan Weißenborn.

Weitere Infos unter:
http://www.hospiz-esslingen.de

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