Über 1.000 Gäste kamen zur Hospitalhof-Eröffnungsfeier

Evangelische Landeskirche Württemberg

Stuttgart. Das Eröffnungsfest begann mit einem Gottesdienst. Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July erinnerte in seiner Predigt daran, dass Bildung ein Herzensanliegen der Reformatoren war. „Es ging ihnen um Herzensbildung, um Gewissensbildung, um soziale Bildung des Glaubens und um Glaubensbildung selbst:“ Die evangelische Kirche sei ihrem Selbstverständnis nach immer „Kirche im öffentlichen Raum“. Musikalisch war der Festgottesdienst ein Genuss: Das Collegium Vocale und der Chor der Leonhardskirche musizierten gemeinsam mit dem Concertino Stuttgart die Bach-Kantate „Nun danket alle Gott“, die Leitung hatte KMD Jürgen Schwab.

Der Stuttgarter Baubürgermeister Matthias Hahn lobte im anschließenden Grußwort die hohe Qualität des Hospitalhof-Neubaus als städtebauliches Zentrum des gesamten Hospitalviertels. Hahn: „Selten hat mich ein Gebäude, jetzt wo ich es fertig sehe, so bewegt wie dieses Gebäude.“ Bürgermeister Hahn stellte in Aussicht, dass der benachbarte Hospitalplatz bis Sommer 2015 neu gestaltet wird – vorausgesetzt, der Stuttgarter Gemeinderat beschließt dies noch vor der Sommerpause 2014. Laut druckfrischem Gutachten bewege sich die Neugestaltung im bekannten Kostenrahmen. Um die Neugestaltung der an den Hospitalhof angrenzenden Plätze und Straßen wird seit Jahren gerungen.

Auch der katholische Stadtdekan Christian Hermes lobte die „gute Stube der protestantischen Brüder und Schwestern“ führ ihre hohe architektonische Qualität. Der Hospitalhof stehe erkennbar für eine moderne, diskussionsfreudige und profilierte Kirche. Für das Präsidium der württembergischen Landessynode überbrachte Dekan Wilfried Braun Grüße. Er freut sich darauf, dass dieses inspirierende Gebäude, dessen großzügiges Oberlicht „den Blick nach oben lenkt“, künftig wieder Tagungsort der Landessynode ist. Hospitalhof-Leiterin Monika Renninger nahm strahlend die Geschenke der Gratulanten entgegen, darunter von Bürgermeister Matthias Hahn ein individuell gestaltetes Gästebuch und vom katholischen Stadtdekan Hermes einen üppig blühenden Rosenstrauß.

Der evangelische Stadtdekan Søren Schwesig war überwältigt vom großen Besucherandrang am Eröffnungstag: „Dass unser großer Saal nicht reicht, weil das Interesse so groß ist auf das Gebäude und auf das, was hier gelebt wird, das begeistert mich.“ Der Neubau sei einladend, offen und mache deshalb „Lust, miteinander ins Gespräch zu kommen – und das ist das höchste Ziel.“

Und wie ist die Meinung der Festgäste über den Neubau? Eine junge Frau lobt ihn als „licht, offen, freundlich, einladend“. „Hervorragend“ lautet das Urteil eines jungen Mannes, eine weitere Besucherin freut sich über den Kontrast von historischen und modernen Bauteilen. Zum legeren Teil des Abends gab es Jazz mit der Formation „Jazz Works“.

Der Eröffnung vorausgegangen war ein Abriss des Vorgängerbaus aus dem Jahr 1960 und ein zweijähriger Neubau, dessen Grundriss sich am mittelalterlichen Kloster an derselben Stelle orientiert. Bemerkenswert dabei: Das 23-Millionen-Projekt hielt den Zeit- und den Kostenrahmen penibel ein. Der Hospitalhof ist Zentrum für Bildung und Begegnung. Zugleich ist er Sitz der Verwaltung der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart und etlicher landeskirchlicher Dienststellen und damit Arbeitsplatz von 130 kirchlichen Mitarbeitern. Und er ist regelmäßiger Tagungsort der württembergischen Landessynode.

Die Eröffnungsfeierlichkeiten gehen noch bis 4. Mai weiter, unter anderem mit Schnupperkursen, einem „Tanz in den Mai“, Konzert und Kabarett. Das Programm der Eröffnungswoche finden Sie unter http://www.hospitalhof.de.

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