„Aus der Rolle des geleugneten Überlebenden heraustreten“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Stuttgart. Die Armenische Gemeinde Baden-Württemberg, ein Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), lädt am Donnerstag, 24. April, zum Gedenktag für die Opfer des Genozids an den Armeniern ein. Um 17.00 Uhr wird auf dem Friedhof Steinhaldenfeld in Stuttgart-Bad Cannstatt ein Kranz zum Gedenken an die Opfer niedergelegt. Um 19.00 Uhr folgt die Gedenkveranstaltung in der Bad Cannstatter Lutherkirche mit Gottesdienst und Vortrag.

Der weltweite Gedenktag erinnere nicht nur an die geplante, systematische Ermordung der Armenier im Osmanischen Reich und die Vernichtung sämtlicher Spuren ihres Lebens und ihrer Kultur, sondern auch an die Katastrophe, die folge, wenn ein solches Verbrechen verleugnet werde, heißt es in der Einladung. Die armenische Gemeinschaft setze sich für das Recht ein, „aus der Rolle des geleugneten Überlebenden herauszutreten und die Geschichte bezeugen zu dürfen“. Von der Bundesrepublik Deutschland fordere sie, „mit der eindeutige Anerkennung des Genozids ein deutliches Zeichen zu setzen“. Schließlich sei Deutschland Bündnispartner des Osmanischen Reichs im Ersten Weltkrieg gewesen.

In den Jahren 1915/1916 kamen zwischen mehreren Hunderttausend und 1,5 Millionen Armenier durch Massaker und Todesmärsche ums Leben. Der Streit um die Anerkennung des Genozids als historische Tatsache wie auch um die Zahl der Opfer belastet die Beziehungen zwischen der Türkei und Armenien einerseits sowie zu zahlreichen westlichen Staaten andererseits. 

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