Neues Glockenspiel für die Tübinger Stiftskirche

Evangelische Landeskirche Württemberg

Zwei neu gegossene Glocken sind am Montag, 31. März in der Stiftskirche eingetroffen. Das seit 15 Jahren verfolgte Projekt „Glockenspiel“ wird damit jetzt Wirklichkeit: Zusammen mit den sieben im Turm vorhandenen Glocken bilden die beiden neuen eine Tonleiter. Über eine tragbare Tastatur mit neun Tasten oder über eine Computer-Programmierung können die neun Glocken mit Hämmern angeschlagen werden, sodass Melodien erklingen.

 

Das von Hans-Peter-Braun, dem Musikdirektor im Evangelischen Stift und Ersten Organisten an der Stiftskirche initiierte Projekt kostet insgesamt rund 55.000 Euro, die ausschließlich aus Spenden finanziert werden. Nachdem die benötigte Spendensumme im vergangenen Jahr erreicht wurde, konnten die beiden neuen Glocken bei der Glockengießerei Rincker im hessischen Sinn (Lahn-Dill-Kreis) bestellt werden. Am Montag, 31. März war es dann so weit: Glockengießer Hubert Kossmann brachte die beiden 380 und 350 Kilogramm schweren Glocken mit Unterstützung von Pfarrer Dr. Karl Theodor Kleinknecht und Mesner Rolf Kern in die Stiftskirche. Dort musste zunächst das gotische Kreuzrippengewölbe im Turm geöffnet werden, um die beiden Glocken mit Hilfe von Flaschenzügen im Turm bis zum Glockenstuhl in rund 30 Metern Höhe hieven zu können. Wenn alles klappt, sollen die beiden neuen Glocken, die auf die Töne h und cis gestimmt sind, bis zum morgigen Dienstag an ihrem Platz neben dem Glockenstuhl hängen. Im Glockenstuhl machen sich die sieben bis zu 600 Jahre alten Glocken schon so breit, dass kein Platz mehr für die neuen war. Weil die neuen jedoch nicht schwingen, sondern nur angeschlagen werden, brauchen sie auch keine so stabile Aufhängung.

 

Pfarrer Dr. Kleinknecht beruhigt die Anwohner, die in keinem Fall mit vermehrtem Glockenklang rechnen müssen: Die Stadt habe vor der Genehmigung ein Gutachten zur Klang-Emission verlangt, zudem habe man sich darauf verständigt, dass das normale Geläut entsprechend abgekürzt werde, wenn noch eine Melodie vom Glockenspiel erklingen soll. Initiator Hans-Peter Braun freut sich auf die Fertigstellung. Er hat bereits ein Notenbuch mit 56 Kirchenliedern zusammengestellt, die sich mit den neun Glocken spielen lassen. Wenn alles klappt, soll erstmals am Ostermorgen das Lied „Christ ist erstanden“ vom Stiftskirchenturm erklingen.

 

http://Bericht mit Diaschau

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