Zwei Vorsitzende und ein Generalbevollmächtigter leiten Bezirkssynode

Evangelische Landeskirche Württemberg

Die beiden ehrenamtlichen Vorsitzenden der bisherigen Bezirkssynoden Bad Urach und Münsingen hatten ihre Bezirke in den Zusammenschluss geführt; nun wollten beide auch die Zukunft gestalten: Reiner Mertens aus Reutlingen-Mittelstadt und Edmund Friedl aus Hohenstein-Meidelstetten hätten am liebsten beide den Vorsitz der vereinten Bezirkssynode Bad Urach-Münsingen übernommen.

 

Den ehrenamtlichen Doppel-Vorsitz ließ das Kirchenrecht aber nicht zu und eine Kampfkandidatur wollte man vermeiden. So konnten die 123 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder der Bezirkssynode Bad Urach-Münsingen bei ihrer konstituierenden Sitzung am Freitag, 7. Februar in Münsingen eine andere Entscheidung treffen: Als einziger Kandidat für den Vorsitz wurde Reiner Mertens mit 119 Stimmen gewählt. Verabredungsgemäß berief er als erste Amtshandlung Edmund Friedl zum Generalbevollmächtigten, der damit alle Rechte eines Vorsitzenden hat außer das Recht zur Einberufung der Bezirkssynode. Vorsitzender kraft Amtes ist der Geschäftsführende Dekan Michael Scheiberg aus Münsingen. Der Proporz zwischen den beiden Teilbezirken sei damit gewahrt, betonten die Verantwortlichen. Zur Bezirksrechnerin gewählt wurde Sandra Buck aus dem Reutlinger Dienstleistungszentrum Verwaltung.

 

Der Reutlinger Prälat Dr. Christian Rose sprach im Gottesdienst zu Beginn der Bezirkssynode über Herausforderungen und Chancen des Fusionsprozesses: „Viel Arbeit“ komme auf die Verantwortlichen zu: „Manche Struktursitzung, Abschied von Liebgewonnenem. Aber eben auch das Andere: neue Distrikte über alte Grenzen hinweg; Vertretungsmöglichkeiten, die vorher verwehrt waren. Die Begabung einer Kollegin, um die wir nicht wussten. Die Weisheit eines Bezirkssynodalen, die hilft Probleme zu lösen. Jugendwerke, die – trotz mancher Befürchtung – einander bereichern und nicht etwa einander etwas wegnehmen wollen. Vielleicht auch die Möglichkeit in der Trägerschaft der Kindergärten neue Trägermodelle zu wagen.“

 

In einem längeren Prozess waren die beiden bisher selbstständigen Kirchenbezirke aufeinander zugegangen in der Überzeugung, dass eine Fusion den Kirchengemeinden mehr Gestaltungsspielräume eröffnen und die Kirchenstrukturen zukunftssicher machen könne. Die Fusion wurde am 1. Dezember 2013 vollzogen und am 12. Januar 2014 offiziell gefeiert. Zum neuen Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen gehören rund 61.000 evangelische Christinnen und Christen.

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