Eigenverantwortung motiviert Konfirmanden

Evangelische Landeskirche Württemberg

Esslingen. Konfirmation und dann „das war’s“: Nach einem Jahr Konfirmandenunterricht verabschieden sich viele Jugendliche wieder aus der kirchlichen Welt – freundlich, diskret aber entschlossen. Das stellt die evangelische Kirche vor die Frage, wie sie Konfirmanden so begleiten kann, dass christlicher Glaube weiterhin Bestandteil ihres Lebens bleibt.

Der AHOJ-Jugendgottesdienst zeigt, wie das gelingen kann. Der Gottesdienst findet jeden Monat in einer anderen Kirchengemeinde statt. Beim vergangenen aus der Mauritiuskirche der evangelischen Kirchengemeinde Reichenbach, war nahezu jeder der 35 Konfirmanden des diesjährigen Konfirmationsjahrgangs beteiligt, dazu noch 15 Jugendliche, sogenannte Teamer. Das Besondere am AHOJ-Gottesdienst ist, dass – vom Prediger abgesehen – ausschließlich Konfirmanden auf der Bühne stehen. Und das prägt: Für die Hälfte des letzten Konfirmanden-Jahrgangs war AHOJ ein Grund, weiter als Teamer im nächsten Konfirmationskurs mitzumachen.

„Wir brauchen Dich mit deinen Begabungen!“. Mit diesem Credo gelingt es auch in Zeiten von G8 Jugendliche zu begeistern. Das erlebten die Konfirmanden bereits das ganze Jahr durch die Teamer: Man muss kein Pfarrer sein, um sich mit 13-jährigen in Glaubensdingen auseinanderzusetzen. Im Gegenteil: Die Erlebnisse und Erfahrungen, die 14 bis 17-Jährige mit Gott haben, sind viel näher am Leben der Konfirmanden dran.

Der Rahmen des Gottesdienstes wird gestellt, die Umsetzung gestalten die Konfirmanden selbst. Das galt auch für den AHOJ in Reichenbach: Die Jugendlichen wählten das Thema „Sei kein Fake!“, planten die Lieder der achtköpfigen Band, organisierten das Saalspiel mit 200 Luftballons und das Anspiel, bei dem ein tatsächliches Erlebnis der Konfirmanden aufgearbeitet wurde. Im Hintergrund stehen Erwachsene, wie beispielsweise Claudia Richter vom Evangelischen Jugendwerk Esslingen, die darauf achten, dass alles zusammenpasst und auf das Thema abgestimmt ist.

AHOJ ist mehr als ein Gottesdienst. Er ist spirituelles Experimentierlabor, bei dem die Jugendlichen merken: Wir haben etwas zu sagen und können so, wie wir sind, mit Gott in Verbindung treten. Jugendpfarrer Hansjörg Kopp weiß: „Viele Jugendliche wollen selbst gestalten, Verantwortung übernehmen und sich ausprobieren. Wenn Kirche dann auch noch cool rüberkommt, ist die Begeisterung bei vielen groß. Dies ist grundlegend für das Konzept der AHOJ-Jugendgottesdienste.“ Vor Kopps Predigt meinten die beiden Moderatoren: „Eigentlich müssten wir für Pfarrer Kopp beten, denn das Thema ist echt schwer!“

Am Schluss, als das Bistro abgeräumt und die Scheinwerfer abgebaut waren, gingen die Konfirmanden stolz nach Hause. Ihr Projekt war gelungen und hat begeistert. Viele wollen weitermachen. 

Pfarrer Stefan Taut

Weitere Informationen:

Die nächsten AHOJ-Jugendgottesdienste finden am 16. Februar in der Peter-und-Paulskirche Köngen, am 16. März in Hochdorf und am 18. April in der Esslinger Johanneskirche statt. Beginn ist jeweils um 18 Uhr.

http://https://www.facebook.com/AhojJugendgottesdienst

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