„Gott macht heil, was zerbrochen ist“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Manchmal kommt einem die Adventszeit vor wie ein wochenlanger Anlauf auf Weihnachten. Vorbereitungen dafür, dass Weihnachten kommt. So ist das alle Jahre wieder, und es passt ja auch irgendwie: Advent heißt Ankunft. Ein Kind kommt an. Gott kommt zur Welt. Das feiern wir jedes Jahr an Weihnachten. Und vorher ist Advent. Zeit der Vorbereitung.

Der zweite Adventssonntag allerdings erinnert daran, dass auch eine andere Ankunft gemeint sein kann. Auch daran erinnern wir uns in der Adventszeit. Gott wird kommen, glauben wir. Er wird kommen, und dann wird eine neue Zeit anfangen. Dann wird alles anders werden. Das was einem jetzt zu schaffen macht: Krankheit und Leid, die Ungerechtigkeit in der Welt, die Lieblosigkeit, die viele erleben – das soll aufhören. Und eine neue Welt wird anfangen: eine bessere. Wann das kommen wird: Das weiß niemand. Manchmal fängt es ja mitten im Alltag schon an, dass etwas anders wird. Dass Menschen die Liebe wieder finden. Dass sie gerechte Verhältnisse schaffen, wo sie es können. Manches wird wohl auch erst besser werden, wenn diese Welt zu Ende geht. Wenn die neue Welt Gottes für alle anfängt. Dann wird wirklich alles gut sein. Und ich kann gut sein lassen, was vorher war. Das wird mich nicht mehr bedrücken und belasten.

Die Zukunft also ist nicht nur Grund zur Besorgnis und für Befürchtungen – die Zukunft Gottes, das sind gute Aussichten. Hoffnungsvolle Aussichten. Auch daran erinnert die Adventszeit. Jesus hat das mal so gesagt: „Hebt den Kopf und schaut auf. Eure Erlösung kommt bald.“ (Lukas 21, 28) Ich verstehe: Seht nicht immer bloß das, was euch bedrückt und traurig macht. Gott kommt dahin, wo Menschen ihn brauchen. Dann werdet ihr erlöst von dem, was euch auf der Seele liegt. Dann könnt ihr neu miteinander anfangen.

Ich glaube, mit dieser Hoffnung kann man anders leben: Wo mir was nicht gelungen ist, da muss ich nicht deprimiert und verbittert meinen, nun sei sowieso alles zu spät. Gott kann es zurechtbringen. Ganz treffend sagt man ja auch: Er wird es richten. Und meint damit: Gott wird heil machen, was zerbrochen ist.

Ich finde: Eigentlich kann ich manches auch jetzt schon gut sein lassen, was mich bedrückt oder worüber ich mich ärgern muss. Und neu anfangen. Ich kann in Ordnung bringen, was ich in Ordnung bringen kann. Oder ich kann an einer anderen Stelle neu anfangen und versuchen, es besser zu machen. Vielleicht könnte diese Adventszeit ja der Anlass sein, den man zu so was manchmal braucht.

Richtet euch auf. Eure Erlösung kommt! Das ist ein Versprechen. Die Adventszeit könnte eine Zeit sein, sich darauf zu verlassen

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