Engagement in Syrien

Evangelische Landeskirche Württemberg

Die Evangelische Mission in Solidarität (EMS) und der Evangelische Verein für die Schneller-Schulen (EVS) engagieren sich in Syrien. Im Ort Kafroun wird eine Schule für zunächst 30 Kinder eingerichtet. Kinder und ihre Eltern sollen gezielte Hilfe erfahren. Die Schularbeit soll ein Signal für vom Krieg Betroffene sein, dass die internationale Gemeinschaft den Zugang zu ihnen sucht und bereit ist, Hilfe zu leisten. Dabei ist bewusst, dass es nicht um kurzfristige Hilfsaktionen geht, sondern um Solidarität mit einer längeren Perspektive in einer furchtbaren humanitären Krise. Das Projekt liegt in den Händen der evangelischen Kirche in Syrien und dem Libanon, steht aber Angehörigen aller Religionen offen.

„Die Lage in Syrien verschlechtert sich“, so Pfarrer Habib Badr von der Nationalen Evangelischen Kirche in Beirut und Mitglied des internationalen Vorstands der EMS. „Die evangelische Kirche in Syrien nimmt sich wie viele andere der wachsenden Flüchtlingsströme im Land an. Besonders schlecht dran sind Kinder und ihre Mütter. Schon lange kommen die meisten nicht mehr bei Verwandten unter. Das ‚Tal der Christen‘ mit dem Ort Kafroun ist vor Kampfhandlungen bisher weitgehend verschont geblieben. Dort sammeln sich Menschen und brauchen Unterstützung. Für sie wollen wir tätig werden. Wir wollen vor Ort für alle da sein. Nichts wäre schlimmer, als in dieser Situation Volksgruppen oder Religionen auseinander zu dividieren.“

„Wir sind seit über 100 Jahren im Nahen Osten aktiv“, erläutert Pfarrer Dr. Uwe Gräbe vom Evangelischen Verein für die Schneller-Schulen. Begonnen hat die Arbeit des Vereins als „Syrisches Waisenhaus in Jerusalem“. Schon jetzt nimmt die Schneller–Schule im Bekaa-Tal im Libanon Flüchtlingskinder aus Syrien auf und bietet berufliche Bildung für ihre arbeitslosen Mütter an. „Wir wollen unsere eigenen Wurzeln nicht verleugnen und sind daher jetzt auch in Syrien tätig. Wir hoffen auf eineWelle der Hilfsbereitschaft, damit wir möglichst für viele da sein können.“

Der Evangelische Verein für die Schneller–Schulen bildet mit 27 weiteren Vereinen und Kirchen die weltweite Gemeinschaft der EMS. „Es war unser internationaler Missionsrat, der auf das Engagement in Syrien gedrungen hat“, so Jürgen Reichel, Generalsekretär der EMS. „Wir erwarten jetzt Unterstützung für die Menschen in Syrien aus Asien, Afrika und Europa – von allen unseren Mitgliedern. Ohne großzügige Zusagen der evangelischen Kirchen in Württemberg, Baden, Hessen, der Pfalz, der Herrnhuter und aus Indonesien und Japan hätten wir nicht anfangen können zu planen.“

„Unterstützen Sie die Aktion nach Kräften. Das ist eine Frage des Gewissens, denn vielen von uns ist die verzweifelte Lage in Syrien bewusst,“ so Herta Däubler-Gmelin, Schirmherrin der Aktion … damit sie in Syrien bleiben können. „Es tut die direkte Hilfe not. Damit beginnen wir jetzt als EVS und EMS inSyrien. Keiner kann aber wissen, wie sich die kriegerischen Auseinandersetzungen weiter entwickeln. Alle Verbindungen, die wir jetzt aufnehmen, sind ein Versprechen, Menschen nicht alleine zu lassen. Wir hoffen und beten, dass Frieden einkehrt und Sicherheit herrscht, aber wir müssen auch auf weitere
dramatische Wendungen gefasst sein.“

(Quelle: Evangelische Mission in Solidarität)

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