Diakonie- und Sozialstationen fordern: Pflege fair finanzieren

Evangelische Landeskirche Württemberg

Ambulante Pflegekräfte und die Träger der Diakonie- und Sozialstationen schlagen Alarm – bundesweit und auch in Tübingen: Weil die Tarifsteigerungen der letzten Jahre von den Kranken- und Pflegekassen nicht angemessen ersetzt werden, schreiben inzwischen mehr als die Hälfte der Diakonie- und Sozialstationen rote Zahlen. Mit der Forderung „Pflege fair finanzieren“ rufen zehn Diakonie- und Sozialstationen aus dem Landkreis Tübingen auf zu einer Kundgebung am Mittwoch, 9. Oktober um 15 Uhr auf dem Tübinger Holzmarkt.

 

„Kirchliche Diakonie- und Sozialstationen bezahlen den Pflegekräften faire Tariflöhne“, erklärt Cornelia Weber, die Fachberaterin für Gesundheit, Alter und Pflege im Diakonischen Werk Tübingen. Die Tariflöhne seien innerhalb der letzten neun Jahre um insgesamt 17 Prozent gestiegen, die Vergütungen durch die Kassen aber nur um acht Prozent. „Weitere Kürzungen bei den sowieso schon knapp bemessenen Pflegezeiten sind nicht mehr möglich. Hier sind alle Einsparpotentiale ausgeschöpft – die Situation ist sowohl für die Patienten als auch für die Mitarbeitenden auf Dauer untragbar“, beklagt Cornelia Weber. Neben einem fairen Kostenersatz durch die Pflegekassen fordern die Diakonie- und Sozialstationen auch eine Entbürokratisierung der Pflege: Der Dokumentationsaufwand betrage inzwischen rund 30 Prozent der Arbeitszeit einer Pflegekraft, auch dies gehe zu Lasten der Patienten.

 

Bei der Kundgebung sprechen Gabriele Mötzung, Geschäftsführerin der Diakoniestation Härten, Cornelia Schmidt,  Dienst-und Pflegedienstleitung der Diakonie-/Sozialstation Mössingen-Bodelshausen-Ofterdingen, Thomas Rady, Pflegedienstleiter der Kirchlichen Sozialstation Rottenburg, Thomas Kaufmann, Geschäftsführer der Altenhilfe Tübingen und Angela Hauser, Personalratsvorsitzende am Universitätsklinikum Tübingen. Die Bürger sind eingeladen, die Forderung nach einer fairen Finanzierung für die ambulante Pflege durch ihre Teilnahme an der Kundgebung zu unterstützen.

 

http://www.evangelischer-kirchenbezirk-tuebingen.de

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