Die Seele der Waldheim-Küche sagt adieu

Evangelische Landeskirche Württemberg

Eine ganze Generation von Waldheim-Kindern hat Gerhilde Kirsten bei den Sommerfreizeiten der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen bekocht. Nach 24 Jahren geht die Küchenleiterin in den Ruhestand.

Dekan Bernd Weißenborn dankte der 70-Jährigen für ihren besonderen ehrenamtlichen Einsatz, den diese immer mit viel Liebe und Verstand geleistet habe: „Sie sind die Seele der Waldheim-Küche. Eine solche Aufgabe auszuüben geht nur mit einer inneren Beziehung zu dieser Arbeit. Das Waldheim lebt von Menschen wie Ihnen“ Diakon Bernd Schwemm, der Leiter der ersten Waldheimfreizeit, überreichte Kirsten ein goldenes Herz: „Dein Herz hat immer für das Waldheim geschlagen. Du hast das ganze Jahr mitgedacht.“

Nicht mangelnde Freude an der Arbeit, sondern gesundheitliche Gründe sind es, warum Gerhilde Kirsten nun die Küchenleitung in andere Hände gibt. „Ich habe es immer gern gemacht und es ist nicht ganz einfach aufzuhören“, gibt sie zu. Das Kochen, vor allem für viele Leute, habe ihr großen Spaß gemacht. Erfahrungen damit hat sie auch als langjährige Küchenchefin der Mensa der beiden Gymnasien in Ostfildern-Nellingen  gesammelt.

Keine Mühe machte es ihr deshalb, die jeweils rund 300 Kinder einer Waldheim-Freizeit, zu denen nochmals rund 90 Waldheim-Mitarbeiter kamen, mit leckeren Speisen zu bekochen. Dabei war die Devise, möglichst alles frisch zuzubereiten. Fertigprodukte kamen bei ihr nur in Ausnahmefällen auf den Tisch. Bis zu 800 Semmelknödel galt es etwa von Hand zu formen, die dann zum Krustenbraten serviert wurden. Riesige Mengen von Gemüse und Salat wurden vom Küchenteam geputzt und geschnippelt. Auch Dampfnudeln und andere Süßspeisen gehörten zu den Rennern. Einfallsreichtum zeigte die Küchenchefin auch, wenn es galt den Kindern Gemüse schmackhaft zu machen. So wird Spinat einfach als „Popeye“-Knödel präsentiert.

Erfahrung und eine gute Planung seien das A und O, erklärt Gerhilde Kirsten. Doch sie verliert auch nicht die Ruhe, wenn ein Herd kaputt geht, der Strom ausfällt oder das Fleisch nicht rechtzeitig geliefert wird. „Manchmal wird es ein bisschen hektisch, aber am Ende werden wir immer fertig, wenn auch auf den letzten Drücker“, lacht sie.

Ganz wird sich Gerhilde Kirsten nicht vom Waldheim und dem Küchenteam verabschieden. Im nächsten Jahr wird sie der neuen Küchenleitung noch beratend zur Seite stehen und damit auch ihr Vierteljahrhundert vollmachen.
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Fotohinweis: Gerhilde Kirsten (Mitte mit goldenem Herz) zwischen Bernd Schwemm (l) und Dekan Bernd Weißenborn (r.) und inmitten von Kindern und Küchenteam – Fotos: Ulrike Rapp-Hirrlinger

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