Spannende Aufgabe mit vielfältigen Herausforderungen

Evangelische Landeskirche Württemberg

Kirchengemeinderat zu sein ist eine spannende und erfüllende, aber auch herausfordernde Aufgabe, ist Siegfried Bessey überzeugt. Seit 1977 engagiert sich der 69-Jährige im Kirchengemeinderat – zunächst in der Evangelischen Kirchengemeinde Deizisau, seit 1983 in Esslingen. Seit 2007 ist er Vorsitzender des Kirchengemeinderats der Stadt- und Frauenkirchengemeinde und zweiter Vorsitzender des Esslinger Gesamtkirchengemeinderats. Auch bei der Kirchenwahl am 1. Dezember wird Bessey wieder kandidieren und er ermutigt auch andere, sich für ein Amt als Kirchengemeinderat zur Verfügung zu stellen.

Der gebürtige Esslinger bekam über Jungschar und Pfadfinder im CVJM schon früh Zugang zur kirchlichen Gremienarbeit. Ab 1973 war er 23 Jahre lang Vorsitzender des Evangelischen Jugendwerks Esslingen. „Es ist wichtig, dass Menschen bereit sind, in der Kirchengemeinde Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Siegfried Bessey, warum er sich nach dem Umzug nach Deizisau dort 1977 in den Kirchengemeinderat wählen ließ. Als die Familie 1982 zurück nach Esslingen in die Obere Beutau zog, kam rasch die Anfrage der damals noch selbständigen Frauenkirchengemeinde und der Familienvater sagte zu. 1995 übernahm er den Vorsitz des Kirchengemeinderats und wurde auch zum Vorsitzenden im Esslinger Gesamtkirchengemeinderat gewählt.  „Diese Aufgabe reizte mich, weil es da um das große Ganze geht und man zugleich die Interessen der einzelnen Kirchengemeinde in das Gesamte einbringen kann.“

Mit drei Dekanen und etlichen Pfarrerinnen und Pfarrern hat er als gewählter Vorsitzender bisher zu tun gehabt.  „Wir hatten immer ein partnerschaftliches Verhältnis.“ Als Banker haben ihn vor  allem Finanzfragen stark interessiert. Aber auch strukturelle Aufgaben wie etwa in der Kindergartenarbeit oder im Gebäude- und Energiemanagement findet Bessey spannend, ebenso wie die vielen Bausachen, die in seine Zeit als Kirchengemeinderat fallen: die Renovierung der Franziskanerkirche, der Umbau des Otto-Riethmüller-Hauses, der Bau des Gartenstadthauses und des Hospizhauses sowie der Neubau von Gemeindehaus und Kindergarten der Johanneskirche. Besonders die ständigen Sanierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Frauenkirche seien eine große Herausforderung. Doch Bessey erzählt auch von beglückenden Momenten, etwa der Begegnung mit dem Künstler Hans Gottfried von Stockhausen, der zwei Fenster für die Frauenkirche gestaltete oder dem Wiederaufzug der mittelalterlichen Glocken.

Da brauche der Vorsitzende schon manchmal Managerqualitäten: „Man muss strategisch denken, Schwerpunkte setzen und fähig sein, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.“ Der überzeugte Teamspieler Bessey sieht sich selbst eher in der Rolle des Moderators, der zwar Weichen stellt, aber auch die unterschiedlichen Strömungen und Interessen im Gremium ausgleicht und zusammenführt. Nicht jede Entscheidung, die der Kirchengemeinderat trifft, stößt in der Gemeinde auf Wohlwollen. „Man wird zuweilen auch angefeindet.“ So waren auch nicht alle glücklich, als Stadt- und Frauenkirche sich 2007 zur Fusion entschlossen. Es habe viele Zweifel, Ängste und Fragen gegeben erzählt Bessey: „Das war kräftezehrend, aber es ist gelungen.“

Wenn die Kirchengemeinden in Württemberg jetzt wieder nach Kandidatinnen und Kandidaten für den Kirchengemeinderat suchen, kann Siegfried Bessey nur Mut machen, die Herausforderung anzunehmen: „Hier kann jeder seine Erfahrungen und Gaben einbringen, davon lebt ein solches Gremium. Es tut gut, wenn immer wieder neue Leute dazukommen.“ Und welche Eigenschaften sollten Kirchengemeinderäte mitbringen? „Sie brauchen ein offenes Ohr für die Belange der Menschen in ihrer Gemeinde und sollten möglichst nicht dogmatisch sein“, fasst  Bessey zusammen. Er selbst erlebt in der Gemeinschaft auch eine Stärkung seines Glaubens.

Quelle: http://www.ev-kirche-esslingen.de

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