Innovativ: Diakoniestation Stuttgart plant Senioren-WG

Evangelische Landeskirche Württemberg

Mit rund 2.000 betreuten Menschen und 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Diakoniestation Stuttgart der größte Anbieter für häusliche Pflege in Baden-Württemberg. Sie hat ein breites Angebot von Dienstleistungen rund um die Pflege. Nun wird ein weiteres, modernes Angebot vorbereitet. Eine „Senioren-WG“ mit acht Plätzen.

 

Der Start ist für 2014 geplant. Konzept steht – Immobilie wird gesucht

 

Im Lauf des Jahres 2014 soll die WG starten. In der Wohngemeinschaft können demenziell erkrankte Menschen in einem überschaubaren Umfeld leben und sich wie in einem „normalen“ Zuhause fühlen. „Für Pflege und Betreuung ist durch die Diakoniestation gesorgt“, verspricht Kathrin Ehret, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Armin Picht das Geschäftsführer-Duo der Diakoniestation Stuttgart bildet. Angehörige würden entlastet, ohne sie aus ihrer Verantwortung zu entlassen. Die WG ist als wohnortnahes Angebot geplant, die Angehörigen sollen mit einbezogen werden.

Der Bedarf nach Wohnformen für demenziell erkrankte Menschen ist hoch und wächst stetig weiter. Schon jetzt leben rund 1,4 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland. Die Alzheimer-Gesellschaft geht bis zum Jahr 2050 von einer Verdoppelung der Zahl aus. „Alle reden von der Senioren-WG – wir bieten sie an“, sagt Kathrin Ehret. Eine Studie aus Berlin habe gezeigt, dass das Leben in solchen WGs das Wohlbefinden von demenziell erkrankten Menschen verbessere. Noch ist offen, in welchem Stadtteil die erste Senioren-WG der Diakoniestation startet. „Das hängt davon ab, wo wir eine geeignete Wohnung finden“, erklärt Ehret. Gespräche mit Wohnbaugesellschaften laufen schon, aber auch Immobilien von privat kommen in Frage. Wenn das Konzept greift, kann die Diakoniestation sich vorstellen, weitere WGs zu gründen. Mut macht dabei das Vorbild Freiburg im Breisgau. Dort gibt es bereits eine Reihe von Senioren-WGs, in Fachkreisen wird vom „Freiburger Modell“ gesprochen.

 

Konzentration auf ambulante Pflege – Kurzzeitpflegeeinrichtung wird geschlossen

Zur Neuerung im Angebot der Diakoniestation gehört aber auch die Schließung eines Arbeitsbereiches. Die Kurzzeitpflege auf dem Gelände des Robert-Bosch-Krankenhauses soll Ende September 2013 ihre Arbeit einstellen. Die Einrichtung mit 30 Plätzen war in den vergangenen Jahren nur noch schlecht belegt, erläuterte der Cannstatter Dekan Eckart Schultz-Berg. Er ist Vorsitzender des Diakoniestation-Ausschusses des Evangelischen Kirchenkreises Stuttgart. Für Schultz-Berg ist es Ausdruck des diakonischen Auftrags der Kirche, dass ihre Diakoniestation neue Wege geht, um das Ziel einer wohnortnahen Pflege zu erreichen.

Der Grund für die geringe Auslastung liege darin, dass immer mehr Pflegeheime Kurzzeitpflegeplätze anbieten. Eine reine Kurzzeitpflegeeinrichtung sei nicht mehr gefragt und auch wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll. Die gute Nachricht: Mitarbeitende werden nicht entlassen. Die Diakoniestation Stuttgart ist groß genug, um allen Mitarbeitenden der Kurzzeitpflege eine Weiterbeschäftigung in einem der Arbeitsfelder der Diakoniestation anbieten zu können. Die Diakoniestation werde sich zukünftig ganz auf ihre Kompetenz als Anbieterin guter ambulanter Pflege konzentrieren. Mit ihren elf Pflegebereichen ist sie in vielen Stadtbezirken präsent. „Wir sind Teil der Versorgungsstruktur und der Stadtteilkultur“, betont Geschäftsführer Armin Picht. Von Mahlzeitendienst über Nachbarschaftshilfe, Pflege und pflegerische Dienstleistungen biete die Diakoniestation ein breites Angebot aus einer Hand. „Dieses Angebot aus einer Hand ist es, was viele unserer Kunden wünschen“, sagt Picht.

Zur Quelle

Schreibe einen Kommentar

*