Von Rottenburg nach Istanbul: Gudrun Keller-Fahlbusch wird Diakonin in der Türkei

Evangelische Landeskirche Württemberg

Die Rottenburger evangelische Diakonin Gudrun Keller-Fahlbusch wechselt nach Istanbul: Bereits im Sommer übernimmt die 62-Jährige einen Dienstauftrag an der evangelischen deutschsprachigen Auslandsgemeinde in der türkischen Metropole. Am Sonntag, 4. August wird sie um 10.15 Uhr mit einem Festgottesdienst in der evangelischen Kirche Rottenburg aus ihrem Dienst verabschiedet.

 

Bei einem Kennenlern-Besuch in den Pfingstferien kam die Diakonin direkt zwischen die Fronten der aktuellen politischen Auseinandersetzungen nahe dem Taksim-Platz: „Jetzt weiß ich, wie Tränengas schmeckt“, berichtet sie, bleibt aber unerschrocken: „Man muss immer eine Zitrone dabeihaben, die neutralisiert die Wirkung.“ Im Sommer wird Gudrun Keller-Fahlbusch zunächst einen Sprachkurs besuchen, danach warten in Istanbul alle Aufgaben einer Diakonin auf sie: Gottesdienste und Seelsorge sowie Religions-, Ethik- und Konfirmandenunterricht. Sie wird jährlich rund hundert Gästegruppen aus aller Welt betreuen und ökumenische Sozialarbeit leisten – auch im Auftrag der katholischen Gemeinde.

 

In der evangelischen Kirchengemeinde Rottenburg ist Gudrun Keller-Fahlbusch seit 2001 als Diakonin tätig. Gemeinsam mit der Kirchengemeinderatsvorsitzenden Heide Mattheis gründete und leitete sie die Rottenburger Vesperkirche. Das internationale Frauencafé, der Religionsunterricht und die enge Vernetzung mit der Kommune und der katholischen Kirche lagen ihr ebenso am Herzen. Im Evangelischen Kirchenbezirk Tübingen engagierte sie sich im Kamerun-Partnerschaftsausschuss. „Hier läuft alles so gut und die Stelle ist attraktiv“, bekennt sie. Doch wolle sie im Sinne lebenslangen Lernens noch einmal neu aufbrechen: „Ich bin offen und gespannt, wie andere Menschen leben.“

 

Den Impuls für den Wechsel gab eine Anfrage der Istanbuler Gemeinde: Die Diakonin hatte sich dort schon vor Jahren auf eine Stellenanzeige hin gemeldet. Weil Keller-Fahlbusch damals aber höchstens für ein oder zwei Jahre nach Istanbul hätte gehen wollen, kam der Wechsel zunächst nicht zustande. Jetzt steht die 62-jährige geschiedene Mutter von vier erwachsenen Kindern kurz vor dem Ruhestand und kann sich vorstellen, mindestens für drei Jahre in Istanbul zu bleiben. Ihre bisherige Wohnung wird sie aufgeben. Die Diakonenstelle in Rottenburg ist bereits zur Wiederbesetzung ausgeschrieben worden. Auf ihren nächsten Lebensabschnitt freut sich Gudrun Keller-Fahlbusch: „Ich habe überhaupt keine Berührungsängste. Das klingt alles sehr spannend!“

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