„Evangelischer Bildungspraktiker mit Leib und Seele“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Reinhard Zimmerling war 23 Jahre lang Schuldekan der Evangelischen Kirchenbezirke Calw, Nagold und Neuenbürg. Am Sonntag, 23. Juni ist der 63-Jährige in einem Festgottesdienst in der evangelischen Stadtkirche Calw in den Ruhestand verabschiedet worden.

 

„Eine Lebensperspektive, die ein Leben trägt“, müssten die Menschen in Kirche, Schule und im Kindergarten bekommen, sagte Schuldekan Zimmerling in seiner Abschiedspredigt: „Wenn man dort nicht das bekommt, womit man seine Lebensstraßen fröhlich ziehen kann, dann werden die Einrichtungen ihrem Auftrag nicht gerecht.“ Im Predigttext aus der Apostelgeschichte sei die zentrale Erkenntnis des Protagonisten: „Ich steh in meines Herren Hand.“ Dieses Gottvertrauen ermögliche es, seine Lebensstraßen fröhlich zu ziehen, so Zimmerling: „Wir haben alles: Alles, dass wir uns selber als gesegnet erleben dürfen. Und  alles, um anderen Segen zu werden und Segen zu sein.“

 

Vom „Ende einer Ära evangelischer Bildungsarbeit“ sprach Prälat Dr. Christian Rose, der als zuständiger Regionalbischof Schuldekan Zimmerling von seinen Aufgaben entpflichtete: „Sie sind mit Leib und Seele evangelisch – im Sinne von: dem Evangelium verpflichtet“, sagte der Prälat. Er würdigte den scheidenden Schuldekan als „evangelischen Bildungspraktiker mit Leib und Seele, der sich und anderen viel abverlangt hat.“ Prälat Dr. Rose dankte für die gute Zusammenarbeit in der Prälatur Reutlingen, in der Zimmerling über viele Jahre als Sprecher der Schuldekaninnen und Schuldekane Verantwortung getragen habe.

 

Sein Schlusswort trug Zimmerling gewohnt launig in Reimform vor: „Natürlich lass ich mir von allen / solch Lobesworte gern gefallen. / Sie tun mir in der Seele gut, / geben mir neuen Lebensmut. / Sie zeigen es ganz ohne Geld: / Du bist der Nabel dieser Welt / und machen fast vor Rührung krank, / Mensch, war das toll: Herzlichen Dank!“ Doch gab er zu bedenken: „Ich tat nur letztlich meine Pflicht / Kämpfte für guten Unterricht. / Und das steht doch mit Fug und Recht / nun einem Schuldekan nicht schlecht. / Wenn das schon gilt als epochal, / dann gute Nacht, o Nagoldtal.“ Stattdessen gelte, so Zimmerling: „Doch alles Ding hat seine Zeit / Nur Gottes Lieb in Ewigkeit. / Selbst noch im Schwarzen Wald, dem feuchten / Kann Gottes Liebe euch erleuchten.“

 

Als Schuldekan für die evangelischen Kirchenbezirke Calw, Nagold und Neuenbürg war Reinhard Zimmerling verantwortlich für den evangelischen Religionsunterricht an 90 Schulen mit über 300 staatlichen und kirchlichen Lehrkräften, die Evangelische Religionslehre erteilen. Seine Nachfolge tritt zum 1. September der 44-jährige http://Studienrat Pfarrer Thorsten Trautwein aus Neuenbürg an.

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