„Hunger nach Leben“

Evangelische Landeskirche Württemberg

In sein neues Amt als evangelischer Dekan in Balingen ist Beatus Widmann am Sonntag, 9. Juni in der Stadtkirche eingesetzt worden. An der Spitze des Evangelischen Kirchenbezirks Balingen mit rund 67.000 evangelischen Christinnen und Christen in 38 Kirchengemeinden hat der 56-Jährige die Nachfolge angetreten von Dekan Martin Seitz, der im Dezember 2012 in den Vorruhestand verabschiedet worden war.

 

In seiner Investiturpredigt legte Dekan Widmann ein Prophetenwort aus dem Jesaja-Buch aus: „Warum investiert ihr in Dinge, die euren Hunger nach Leben nicht stillen können?“, fragte er mit dem Propheten. Dieser lade stattdessen ein zur Speisung durch das Wort Gottes: „Gottes Wort gewährt uns Zukunft und Freiheit. Denn es hilft uns dazu, die Wirklichkeit und damit die Wahrheit zu erkennen und deshalb auch die Wahrheit zu sagen.“ Als Antwort auf das befreiende Wort Gottes wolle er zusammen mit den Mitchristen in Balingen „Volkskirche gestalten und profilieren, indem wir füreinander da und nah sind.“ Es gelte, den Glauben immer wieder neu zu formulieren, „indem wir die Ökumene und den interreligiösen Dialog leben und womöglich noch erweitern, indem wir Kirche und Kultur einander befruchten lassen, indem wir als Christen Beiträge zur Werteentwicklung in unserer Gesellschaft leisten, indem wir diakonisch handeln, indem wir einladende und begeisternde und herausfordernde Gottesdienste feiern.“ Der Reutlinger Prälat Professor Dr. Christian Rose sagte als zuständiger Regionalbischof in seiner Investituransprache: Die Menschen an den „Hecken und Zäunen“ in das Haus Gottes einzuladen, sei „ein Auftrag für den neuen Stadtkirchenpfarrer und Dekan des Kirchenbezirks Balingen. Das ist ein Auftrag für alle ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden, die Gott in seinen Dienst stellt, damit sie das Evangelium weitersagen: mit Tat und Wort und mit Tönen.“

 

Beatus Widmann ist in Lauterburg bei Aalen geboren und hat in Tübingen Theologie studiert. Er war Vikar in Kernen-Rommelshausen (Rems-Murr-Kreis), Pfarrvikar in Bad Friedrichshall-Jagstfeld (Kreis Heilbronn) sowie Pfarrer in Weinstadt-Schnait (Rems-Murr-Kreis) und zuletzt seit 2002 in Mühlacker-Dürrmenz (Enzkreis). Von 2002 bis 2007 gehörte er dem Leitungskreis der landeskirchlichen Vereinigung „Evangelium und Kirche“ an. Seit 2007 ist er Mitglied der württembergischen Landessynode, seit 2010 deren stellvertretender Präsident. Dort engagiert er sich im Ausschuss für Mission, Ökumene und Entwicklung und als stellvertretender Vorsitzender des Geschäftsführenden Ausschusses sowie des Ältestenrats. Die Synode hat ihn zudem in die Versammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Baden-Württemberg entsandt. Darüber hinaus hat er den stellvertretenden Vorsitz des Kuratoriums des Evangelischen Stifts in Tübingen inne. Beatus Widmann ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Zusammen mit seiner Frau besucht er gerne Kunstausstellungen. Er liest und wandert gerne, liebt klassische Musik sowie Jazz und spielt Trompete.

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