„Es tut gut, dass wir Gemeinschaften wie Ihre haben“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Das Jubiläum ihres hundertjährigen Bestehens hat die Evangelische Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal am Sonntag, 9. Juni in der Herrenberger Stiftskirche mit einem Festgottesdienst gefeiert. Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July lobte die Glaubwürdigkeit der Schwestern und Brüder: „Sie tun das, was Sie verkündigen. Unsere Landeskirche braucht solche Gemeinschaften der geistlichen und diakonischen Erneuerung!“

 

Der Dienst der Diakonieschwestern und -Brüder sei nicht nur durch Qualität und Professionalität gekennzeichnet, so der Landesbischof, sondern auch „von der Erfüllung und dem Glanz, von der dienenden Schönheit der Gotteserwählung.“ Der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann sagte in seinem Grußwort, die Glaubens-, Dienst- und Weggemeinschaft der Diakonieschwestern sei auch eine Emanzipationsbewegung: Eine kostenlose Ausbildung, gerechter Lohn und flexible Arbeitszeiten hätten jungen Frauen schon vor hundert Jahren eine eigenständige Existenz und ein selbstständiges Berufsleben ermöglicht. Staatssekretär Ingo Rust überbrachte die Glückwünsche des Ministerpräsidenten und der ganzen Landesregierung: „Sie leben ihre christliche Überzeugung“, sagte er: „Es tut unserer Gesellschaft und unserem Land überaus gut, dass wir solche Gemeinschaften haben wie Ihre!“ Er würdigte die Entwicklung von einer rein evangelischen Schwesternschaft hin zu einer Gemeinschaft, in der heute Schwestern und Brüder, Ledige und Verheiratete sowie Menschen unterschiedlicher Konfessionen ihren Platz haben.

 

Der Leitende Pfarrer der Diakonieschwesternschaft, Dr. Andreas Löw, berichtete von scharfem Gegenwind für die Aufgaben der Diakonieschwestern im vergangenen Dreivierteljahr: Die Finanzbehörden hätten zum 1. Januar eine Umsatzsteuer eingeführt für so genannte Gestellungsverträge, nach denen die Diakonieschwesternschaft anderen Einrichtungen qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überlässt. Dies habe nicht finanziert werden können. Ein Erlass aus dem Finanzministerium vom 2. April, nach dem Gestellungsverträge umsatzsteuerfrei sind, sei für viele betroffene Einrichtungen zu spät gekommen. Pfarrer Dr. Löw appellierte an die Vertreter von Politik, Kirche und Diakonie: „Lassen Sie uns noch intensiver zusammenarbeiten, zum Wohl der Menschen!“

 

Die Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal ging 2007 hervor aus dem Zusammenschluss der 1913 gegründeten Herrenberger und der 1926 gegründeten Korntaler Schwesternschaft. Heute hat die Diakonieschwesternschaft 582 Mitglieder, davon sind 173 im Ruhestand. Die 409 aktiven Brüder und Schwestern arbeiten überwiegend in Gemeinden und Krankenhäusern im Raum Herrenberg, Pforzheim und Stuttgart, in eigenen Pflegeheimen der Schwesternschaft und im Herrenberger Mutterhaus. In der Ausbildung zur Kranken-, Alten- oder Familienpflege sind derzeit 136 Personen.

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