„Jeder hat doch das Bedürfnis, sein Herz auszuschütten“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Das Beeindruckendste an der Begegnung mit einem evangelischen Regionalbischof sei gewesen, „dass der Prälat überhaupt zu uns in den Religionsunterricht gekommen ist,“ sagt Abiturientin Esther Lehnardt aus dem Gymnasium Münsingen. Aus dem Unterrichtsbesuch ist die Idee eines gemeinsamen Gesprächsgottesdienstes entstanden, zu dem Prälat Professor Dr. Christian Rose am Sonntag, 12. Mai in die Reutlinger Citykirche eingeladen hat.

 

Abiturient Elias Greve bekannte während der offenen Gesprächsphase im Gottesdienst: „Wir finden unseren Freundeskreis in der Regel nicht sonntagmorgens in der Kirche.“ Heimat fänden sie eher im Jugendkreis ihrer Kirchengemeinde, erzählten mehrere Schüler. Prälat Dr. Rose sagte, er habe gelernt, dass sich die Jugendlichen im Gottesdienst gerne mehr einbringen würden. Ob ein offeneres Angebot da Abhilfe schaffen könne, wollte der Prälat wissen, worauf Elias Greve bestätigte: „Heute ist ein Großteil unseres Freundeskreises ja hier!“ Anstelle der Orgel begleiteten zwei Schüler die poppigen neuen Lieder mit Gitarre und Cajon. Statt einer Predigt gab es Statements von Schülern und Lehrern und danach den offenen Austausch zwischen Mitwirkenden und Gottesdienstbesuchern.

 

Die Gemeinschaft und das Gebet waren für die Schüler wichtige Aspekte beim Thema „Kirche“: „Die Kirchengemeinde sollte wie eine Freundin sein“, sagte Abiturientin Miriam Ogrzewalla: „Sie ist da, wenn man sie braucht.“ Für Matthias Greger ist das gemeinsame Gebet eine Kraftquelle, worauf Esther Lehnardt erwiderte: „Manchmal habe ich mit Gott aber etwas alleine zu klären, da brauche ich dann keine Gemeinschaft.“ Christoph Bleher zeigte sich überzeugt: „Beten muss man nicht lernen: Jeder hat doch schließlich das Bedürfnis, sein Herz auszuschütten.“

 

Prälat Dr. Rose sagte, er habe sich gefreut, dass junge Menschen mit der Kirchenleitung ins Gespräch kommen und Kirche mitgestalten wollten: „Sie erwarten etwas von unserer Kirche“, sagte er zu den Schülerinnen und Schülern. Die Idee des Gesprächsgottesdienstes kam auch bei den Gottesdienstbesuchern gut an. Eine Besucherin sagte während der offenen Phase: „Ich fände es sehr spannend, wenn wir auch bei uns im Dorf mal im Rahmen eines Gesprächsgottesdienstes über persönliche Glaubensinhalte reden könnten.“ Ob die Schüler nach dem Abitur in der neuen Lebensphase weiter eine Heimat in der Kirche suchten, wollte Prälat Dr. Rose abschließend wissen. Adrian Attinger zeigte sich zuversichtlich: „Ich habe noch keine Gemeinde erlebt, in der man nicht freundlich aufgenommen würde.“

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