„Gemeinsam sind wir stark“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Die Evangelischen Kirchenbezirke Bad Urach und Münsingen wollen zum 1. Dezember 2013 fusionieren. Diesen Beschluss hat die Bezirkssynode des Kirchenbezirks Bad Urach in ihrer öffentlichen Sitzung am Freitag, 26. April in Reutlingen-Mittelstadt mit großer Mehrheit gefasst. Die Münsinger Bezirkssynode hatte dem Zusammenschluss bereits am 1. Februar ebenfalls mit großer Mehrheit zugestimmt. Der neue Evangelische Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen umfasst dann 55 Kirchengemeinden, in denen rund 61.000 evangelische Christen leben, davon rund 39.000 im Teilgebiet Bad Urach und 22.000 im Teilgebiet Münsingen.

 

„Bei aller Verschiedenheit der Kirchenbezirke ergänzen wir einander sehr gut“, zeigte sich der Vorsitzende der Bezirkssynode, Reiner Mertens, überzeugt: „Gemeinsam sind wir stark“. Dekan Harald Klingler betonte: „Der Zusammenschluss ist kein Sparmodell.“ Es sei gelungen, eine Sonderzuweisung in Höhe von rund 640.000 Euro auszuhandeln, die für die Umsetzung der Fusion und den Ausbau zukunftsfähiger Strukturen investiert werden könne. In seinem Grußwort ermunterte auch der Mittelstädter Ortsbürgermeister Wilhelm Haug die Bezirkssynodalen: „In einer großen Gemeinschaft steckt Potenzial.“ Die Bezirkssynode beschloss mit 48 ja- und zwei nein-Stimmen bei drei Enthaltungen, den Oberkirchenrat mit der Vorbereitung der Maßnahmen zur Fusion zu beauftragen.

 

Die Personalstellen in beiden Kirchenbezirken blieben auch nach der Fusion erhalten, versprach Dekan Klingler: „Eine Stelle können wir allerdings einsparen: Für einen gemeinsamen Bezirk brauchen wir nicht mehr zwei Bezirksrechner, sondern nur noch einen.“ Die beiden Teilgebiete des neuen Kirchenbezirks behalten auch künftig jeweils ihren Dekan am gewohnten Ort. Wenn Dekan Klingler im Februar 2014 in den Ruhestand geht, übernimmt der Münsinger Dekan Michael Scheiberg bis zu seinem eigenen Ruhestand 2016 die Geschäftsführung für den gesamten Kirchenbezirk. Danach soll die Geschäftsführung dauerhaft beim Dekan in Bad Urach liegen, während Münsingens neuer Dekan oder Dekanin im eigenen Teilgebiet die Visitations- und Repräsentationsaufgaben sowie die Dienstaufsicht über die Pfarrerinnen und Pfarrer übernimmt. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Dekan Klingler in Bad Urach wird 2014 zunächst ohne Geschäftsführungsaufgaben starten und dann ab 2016 als geschäftsführender Dekan oder Dekanin auch den Vorsitz in der Kirchenbezirkssynode und im Kirchenbezirksausschuss führen. Das Wahlgremium für die jeweils neu zu besetzenden Dekansstellen setzt sich zu gleichen Teilen aus Vertretern beider Teilgebiete zusammen.

 

Mit dem Bad Uracher Grundsatzbeschluss dürfte der Weg zur Fusion frei sein. Am 15. März hatte die württembergische evangelische Landessynode bei ihrer Frühjahrstagung das eigens für diesen Zusammenschluss geschaffene Gesetz bereits beraten und in ihren Rechtsausschuss verweisen. Der soll den Gesetzesentwurf dann zur Sommersynode am 5. Juli zum Beschluss vorlegen.

Pünktlich zum Termin der Evangelischen Kirchenwahl am ersten Adventssonntag, dem 1. Dezember 2013, soll der neue Evangelische Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen an den Start gehen.

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