„Mit Volker Drehsen wichtigen Gesprächspartner verloren“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg habe mit Professor Dr. Volker Drehsen einen wichtigen Gesprächspartner verloren, sagte Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July in seinem Nachruf bei einem Trauergottesdienst am Donnerstag, 11. April in der Tübinger Stiftskirche. Drehsen, seit 1994 Professor für Praktische Theologie an der Universität Tübingen, war am Karsamstag, 30. März im Alter von 64 Jahren überraschend verstorben.

 

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, war zum Trauergottesdienst gekommen „als einer, der Volker Drehsen seit unseren gemeinsamen Studientagen in Wuppertal eng verbunden ist.“ „Uns ging es um die Bedeutung der Theologie für die soziale Gestalt der Welt“, berichtete der Ratsvorsitzende: „Dass Volker Drehsen einmal ein akademischer Lehrer werden würde, hatten wir alle erwartet“, so Schneider: „Er war schon damals belesener als wir alle. Dass wir aber in hohe Kirchenämter kommen würden, das hatten wir nicht erwartet: Wir waren damals auf Distanz zur Kirche“, erklärte der Ratsvorsitzende.

 

Landesbischof July verwies darauf, dass Volker Drehsen zu Beginn seiner akademischen Laufbahn auch einige Jahre Pfarrer in Reutlingen-Altenburg war. Bis zuletzt sei er als Frühprediger an der Tübinger Stiftskirche hochgeschätzt gewesen. Der Prodekan der evangelisch-theologischen Fakultät, Friedrich Hermanni, nannte Drehsen einen profilierten Wissenschaftler, einen vorzüglichen Prediger und einen Kollegen mit Format: „Seine Reden hatten Stil, waren geistreich, witzig, rhetorisch geschliffen und haben jeder Veranstaltung Glanz verliehen.“ Drehsen habe noch viele Pläne gehabt, berichtete Hermanni: „Erst in der Karwoche musste er sich schmerzlich mit dem Gedanken vertraut machen, dass er sterben wird.“ Der Theologe zeigte sich überzeugt: „Dass Christus auferstanden ist, ist die angemessene Antwort auf den Skandal, dass Volker Drehsen gestorben ist.“

 

In seiner Trauerpredigt würdigte der frühere Heilbronner Prälat Hans-Dieter Wille den Verstorbenen als Menschen und Wissenschaftler, der seine Arbeit und seine professorale Existenz liebte. Er habe tragfähige Brücken zwischen wissenschaftlicher Theologie und verfasster Kirche gebaut, so Wille. An seinem Sterbebett habe Drehsen zusammen mit seinen nächsten Angehörigen erfahren können: „Noch in den letzten Stunden unseres Lebens spüren wir, wie sich unsere irdische Liebe verbindet mit der göttlichen Liebe, die uns über die Schwelle des Todes trägt.“

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