„Liebe verbreiten, bevor wir an die Himmelstür klopfen“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Die weihnachtliche Sehnsucht nach Frieden stehe in Spannung zum tatsächlichen Leid in der Welt, sagte der Reutlinger evangelische Prälat Professor Dr. Christian Rose in seiner Heiligabendpredigt um 17 Uhr in der Marienkirche. Wer sich aber der weihnachtlichen Friedensbotschaft öffne, so Prälat Dr. Rose, der könne selbst Schritte auf dem Weg des Friedens gehen. In Reutlingen erkenne er dazu bemerkenswerte und konkrete Ansätze.

 

„Seit Menschen über die Erde gehen, sehnen sie sich nach dem Himmel, in dem alles so wunderbar friedlich zugeht“, sagte der Prälat in seiner Auslegung des Predigttextes aus dem Johannesevangelium. Die Weihnachtsbotschaft verweise die Menschen aber nicht an einen fernen Sehnsuchtsort, sondern sie ziele direkt in deren konkrete Alltagswelt: „Wir suchen den Himmel zu erklimmen, Gott aber kommt zu uns auf die Erde. Er liegt in einer Krippe, und wir stehen staunend davor.“ Gott sende seinen Sohn, damit Frieden werde auf Erden, erklärte Prälat Dr. Rose. Viele Menschen vermissten den Frieden aber sehr; das dürfe auch an Weihnachten nicht verschwiegen werden. Exemplarisch nannte er die Auseinandersetzungen in Syrien und Ägypten sowie die letztwöchige Schreckensnachricht aus dem US-Bundesstaat Connecticut: „Wer kann die Schmerzen derer erahnen, die beim Amoklauf in Newtown einen geliebten Menschen verloren haben?“ Mit einem Zitat aus Bob Dylan’s Song „Knocking on heaven’s door“ forderte der Prälat: „Oh Gott, vertilge alle diese Waffen. Wir wollen nicht mehr mit ihnen schießen! Es ist an der Zeit, dass wir Liebe verbreiten, bevor wir an die Himmelspforte klopfen.“

 

 „Im Kind in der Krippe lässt Gott uns seine Wahrheit der Liebe sehen. Von dieser Liebe leben wir. Von dieser Liebe teilen wir aus“, sagte Prälat Dr. Rose: „Die Not wird bleiben. Aber lindern können wir sie.“ Dass die Stadt Reutlingen sich der save-me-Kampagne zum Schutz von Flüchtlingen angeschlossen habe und dass Reutlingen eine fair-trade-Stadt ist, seien ermutigende Zeichen, lobte der Prälat: „Ich bin dankbar, dass es dieses Denken und Handeln in Reutlingen gibt. Das ist ganz sicher ein Schritt auf dem Weg des Friedens, von dem die Engel in Bethlehem singen.“

Zur Quelle

Schreibe einen Kommentar

*