In kleinen Schritten schon viel erreicht

Evangelische Landeskirche Württemberg

Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Esslingen hat sich 2011 ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2020 soll in den kirchlichen Gebäuden 25 Prozent weniger Heizungsenergie und zehn Prozent weniger Strom verbraucht werden. Zugleich sollen die Kohlendioxid-Emissionen um 40 Prozent gesenkt werden. Um dies zu erreichen, hat sie 2011 als erste Kirchengemeinde in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg einen Klimaschutzmanager eingestellt. Thomas Janssen legte jetzt den Klimaschutzbericht für 2011 vor.

Dieser zeigt, dass man den selbst gesteckten Klimazielen schon ein gutes Stück nähergekommen ist. Der Bericht dokumentiert erhebliche Einsparungen gegenüber der Ausgangslage, dem sogenannten Basiswert. Mehr als 20 Prozent weniger Heizenergie,  knapp sechs Prozent weniger Strom und über 26 Prozent bzw. 51 Prozent weniger Kohlendioxid-Emissionen bei Heizwärme bzw. Strom. „Die Einsparungen bei der Heizenergie belaufen sich auf eine Million Kilowattstunden, diese entsprechen rund 100.000 Litern Heizöl“, erläutert der Klimaschutzmanager. Auch im Vergleich zum Jahr 2010 zeigen sich die Einsparungen deutlich: Knapp acht Prozent bei der Heizenergie und fast elf Prozent beim Strom waren es 2011 weniger als im Vorjahr. Das wirkt sich auch in der kirchlichen Kasse aus: Gegenüber 2010 wurden rund 20.500 Euro an Heizkosten und 9.000 Euro an Stromkosten eingespart.

„Ein Großteil der Einsparungen  geht auf den bewussteren Umgang der Menschen vor Ort – Mesner, Hausmeister, Umweltteams und Nutzer der Gebäude – mit Heizung und Strom zurück. Auch werden inzwischen die vorhandenen technischen Möglichkeiten besser genutzt“, erklärt Janssen. Dazu gehörten die richtige Einstellung und Regelung der Anlagen oder bewusste Nachtabsenkung der Heizungen. Durch gezielte Steuerung lasse sich vieles erreichen, ohne dass große Investitionen nötig seien. Vieles sei ganz einfach, man müsse nur drandenken, ergänzt Pfarrer Romeo Edel, der den Ökoprofit-Kreis der Gesamtkirchengemeinde leitet. „So kann man zum Beispiel während der Ferien die Heizung in Kindergärten ganz herunterregeln.“  Auch Stromfresser wie Tiefkühltruhen würden nach Veranstaltungen rasch wieder ausgeschaltet: „Es ist billiger, übrig gebliebene Lebensmittel zu verschenken.“ Weil die Zählerstände inzwischen monatlich abgelesen werden, können Veränderungen rascher festgestellt und mögliche Fehler behoben werden.

Die Ergebnisse stimmen Janssen optimistisch, „dass wir die gesteckten Umweltziele eventuell sogar vorzeitig erreichen“. „Unser Ziel ist es, die Energiekosten mittel- und langfristig auf niedrigem Niveau zu halten“, sagt Siegfried Bessey, Vorsitzender des Gesamtkirchengemeinderats Esslingen. „Man kann in kleinen Schritten viel erreichen“, ist er überzeugt. Im kommenden Jahr stelle die Gesamtkirchengemeinde 100.000 Euro für weitere kleinere Maßnahmen zur Energieeinsparung in den 62 kirchlichen Gebäuden und Gebäudekomplexen zur Verfügung.

Wie Bessey hält auch Dekan Bernd Weißenborn die Anstellung von Thomas Janssen, der einen Dienstauftrag von 25 Prozent hat, für gut angelegtes Geld: „Als Kirche sind wir der Nachhaltigkeit und der Bewahrung der Schöpfung verpflichtet. Wir sollen die uns anvertraute Erde bebauen und bewahren und nicht ausbeuten und kaputtmachen“, so der Dekan. Dazu sei die Einsparung von Ressourcen ein wichtiger Beitrag. Bei Neubauten, Umbauten oder energetischen Sanierungen sei die Maxime der Gesamtkirchengemeinde, nicht nur den gesetzlichen Rahmen zu erfüllen, sondern einen höheren Standard in Sachen Energieeinsparung umzusetzen, so Edel. Das gilt vor allem auch für den Bau des Hospizhauses und des neuen Gemeindehauses der Johanneskirchengemeinde. „Meine Vision wäre, ein solches Klimaschutzmanagement wie in der Gesamtkirchengemeinde Esslingen im ganzen Kirchenbezirk zu verwirklichen“, sagt Weißenborn.

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http://http://www.ev-kirche-esslingen.de

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