Kretschmann würdigt kirchliche Integrationsarbeit

Evangelische Landeskirche Württemberg

Mehrere hundert Repräsentanten des öffentlichen Lebens nahmen an dem Empfang teil, der unter dem Motto stand „Alles bleibt anders“. Eine Podiumsdiskussion mit zugewanderten Christen verdeutlichte, dass die meisten Migrantinnen und Migranten in Baden-Württemberg christlichen Glaubens und eine Bereicherung für Kirche und Gesellschaft sind.

Der badische Landesbischof Ulrich Fischer sagte: „Immer mehr Gemeinden mit Migrationshintergrund bilden sich. Gemeinden anderer Sprache und Herkunft machen das Bild unserer Landeskirchen immer bunter, bereichern uns mit ihren Traditionen, mit ihren Gesängen und Gebeten, mit ihrer Weise, ihren Glauben zu leben.“

Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July sprach sich dafür aus, in Kirche, Gesellschaft und im Miteinander der Religionen eine „Lebenskultur des differenzierten Miteinanders“ zu schaffen. „Dabei können wir in einer dialogischen Toleranz nur Partner sein, wenn wir unsere eigenen Positionen gut kennen“, mahnte July. „Toleranz darf nicht verwechselt werden mit Beliebigkeit.“

Ministerpräsident Kretschmann lobte: „Mit großem Engagement wird in den christlichen Gemeinden und Gemeinschaften eine enorme, häufig verborgene Integrationsarbeit geleistet.“ Die Landeskirchen hätten sich auf den Weg gemacht, um nach neuen Teilhabemöglichkeiten, nach neuen Zugängen zu anderen Kulturen und Milieus oder auch nach neuen Mitgliedschafts- und Gemeindeformen zu suchen.

„Die Landeskirchen sind damit nicht nur dem Anspruch des Evangeliums auf der Spur, dass alle eins sind. Sie geben auch wichtige Impulse in unser Land hinein, dass und wie ein friedliches, tolerantes und offenes Miteinander in einer pluralen Gesellschaft gelingen kann“, sagte der Ministerpräsident.

Landtagspräsident Guido Wolf betonte in seinem Grußwort, der plurale Staat bedürfe der Religion wegen ihrer gemeinschaftsstiftenden Dimension. In einer pluralen Gesellschaft werde selbstverständlich niemandem vorgeschrieben, ob und was er glauben soll. „Doch wenn wir Menschen uns einem Gemeinwesen zugehörig fühlen wollen, muss es etwas geben, was uns auf einer tieferen menschlichen Ebene miteinander verbindet.“ Deshalb sei es für die Politik nicht belanglos, ob es in der Gesellschaft ein positives Verständnis für den christlichen Glauben gebe. „Ich würde davon abraten, wirklich auszutesten, wie viel Atheismus ein moderner Staat auf Dauer aushält“, mahnte Wolf.

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