Die Sehnsucht, heil zu werden

Evangelische Landeskirche Württemberg

Elisabeth Hege ist am Sonntag, 9. Dezember in der Stiftskirche in ihr neues Amt als Dekanin im Evangelischen Kirchenbezirk Tübingen und Pfarrerin an der Stiftskirche eingesetzt worden. Die 53-Jährige steht jetzt an der Spitze des größten württembergischen Dekanatsbezirks mit rund 86.000 evangelischen Christen in 45 Kirchengemeinden.

 

„Stärkt die müden Hände, macht fest die wankenden Knie“ – dieses Trostwort aus dem Buch des Propheten Jesaja war Teil des vorgegebenen Predigttextes. Die Dekanin betonte die darin zum Ausdruck kommende Freiheit – „allem zum Trotz, was als so gewichtige Hürden vor Augen liegt.“ Die Sehnsucht nach einer besseren Welt solle man nicht beschwichtigen, sondern vielmehr ihr Recht gelten lassen. Der Prophet Jesaja rede überschießend vom Heil-Werden der Welt mit ihren Fragmenten und Brüchen: „Es schmerz fast, das zu hören – und immer noch nicht zu erleben, dass es geschieht. Oder doch?“, fragte Dekanin Hege. Die Antwort liege in der adventlichen Hoffnung auf das Kommen Gottes, führte sie weiter aus: „Die überschießende Hoffnung wird wahr vor aller Augen und Ohren: Gott kommt zur Welt, um sie nach seiner Verheißung zu erneuern.“

 

Prälat Professor Dr. Christian Rose setzte die Dekanin in ihr neues Amt ein. Er verwies auf die „vier Hüte“, die sie trage als Stiftskirchenpfarrerin, Dekanin im Kirchenbezirk, geschäftsführende Pfarrerin in der Gesamtkirchengemeinde und Repräsentantin der Kirchenleitung vor Ort. Damit zu jonglieren, sei eine Kunst, erklärte der Prälat. Dekanin Hege bringe dafür aber die nötigen Kompetenzen mit als langjährige Dekanin in Ditzingen, als Mitglied in der landeskirchlichen Arbeitsgruppe zum Verständnis des Judentums, als Kuratoriumsvorsitzende des Pfarrseminars und mit ihren Erfahrungen in Diakonie und Notfallseelsorge.

 

Professor Dr. Volker Drehsen als Dekan der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen erinnerte in seinem Grußwort an den württembergischen Reformator Johannes Brenz, der wie Dekanin Hege aus Schwäbisch Hall stammt. Der katholische Dekan Dr. Tomas Begovic zeigte sich mit seiner evangelischen Amtskollegin darin einig, die Zukunft der Kirche nicht zu verwalten, sondern zu gestalten. „Ökumenisches Handeln ist notwendig und selbstverständlich“, bekannte er. Landrat Joachim Walter verwies darauf, dass Dekanin Hege in Tübingen auf einen „Kirchenbezirk mit Herz und mit vielen engagierten Menschen“ treffe.

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