Pfarrer und Diakone mit teils neuen Dienstaufträgen

Evangelische Landeskirche Württemberg

Die Tübinger Pfarrstelle Martinskirche-Berg soll von derzeit 100 Prozent bis 2018 auf 50 Prozent gekürzt werden. Die beiden 75-prozentigen Pfarrdienstaufträge in Eckenweiler und Ergenzingen sollen ab 2015 so umverteilt werden, dass Eckenweiler eine volle und Ergenzingen eine halbe Pfarrstelle bekommt. Mit diesen Beschlüssen setzte die Synode des Evangelischen Kirchenbezirks Tübingen am Montag, 26. November im Eberhardsgemeindehaus nach kontroverser Debatte eine entsprechende Spar-Vorgabe der Landeskirche um.

 

Die Kürzung von derzeit 50 auf 49,5 Pfarrstellen bis 2018 sei im Vergleich zu anderen Kirchenbezirken sehr gering, erläuterte der Rottenburger Pfarrer Jürgen Huber als Vorsitzender des Pfarrplansonderausschusses. Die Kirchenmitgliederzahlen im Bezirk Tübingen seien kaum rückläufig, nicht zuletzt dank der Zweitwohnungssteuer. Während in der Frühjahrssynode noch diskutiert worden war, jeweils 25 Prozent in Hagelloch und in der Martinsgemeinde einzusparen, empfehle der Sonderausschuss jetzt eine 50-prozentige Kürzung der Pfarrstelle Martinskirche-Berg – allerdings erst, wenn der gegenwärtige Amtsinhaber, Pfarrer Christoph Cless, voraussichtlich 2018 in den Ruhestand gehe. „Die Erfahrungen in der Landeskirche und auch in unserem Kirchenbezirk zeigen: 75-Prozent-Stellen sind äußerst schwierig zu besetzen“, begründete Huber die Änderung. Dies sei auch der Grund für die Umstrukturierung in Eckenweiler und Ergenzingen. Pfarrerin Hanna Hartmann als Inhaberin der Pfarrstelle Martinskirche-Tal stellte einen Gegenantrag, nach dem wie ursprünglich geplant je 25 Prozent in der Martinsgemeinde und in Hagelloch gekürzt werden sollten: „Die Kürzungen in der Gemeindearbeit sind schon schmerzlich“, sagte sie, „aber dass wir auch noch die mit 25 Prozent eingestufte Bezirksaufgabe des Diakoniepfarramts verlieren sollen, ist nicht akzeptabel.“ Die 126 Delegierten lehnten den Änderungsantrag mehrheitlich ab und stimmten dem Pfarrplan 2018 bei sieben Gegenstimmen und einer Enthaltung zu. Die Hagellocher Pfarrerin Gudrun Bertsch wird demzufolge ab Ende 2013 zusätzlich das Bezirksamt der Diakoniepfarrerin von Pfarrer Christoph Cless übernehmen; damit bleibt die Hagellocher Pfarrstelle mit einem vollen Dienstauftrag erhalten.

 

Im Diakonat sollen die bestehenden 16 vollen Stellen möglichst bis 2018 erhalten, aber umstrukturiert werden, wie die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Tübingen, Cornelia Weber, und die Leitende Diakonin Renate Haug ausführten. Der Wegfall von landeskirchlichen Drittmitteln sei ein wesentlicher Grund dafür. So müssen dem Beschluss der Bezirkssynode zufolge die Kirchengemeinden Dußlingen, Gomaringen und Kirchentellinsfurt je fünf Prozent ihrer Dienstaufträge im Gemeindediakonat abgeben, Rottenburg verliert 15 Prozent, Pliezhausen und Ofterdingen je 25 Prozent. Umgekehrt werden 96 neue Stellenprozente eingerichtet für gemeindliche oder übergemeindliche diakonische Projekte mit mindestens dreijähriger Laufzeit. Die Gemeinden müssen sich zur Hälfte an den Personalkosten beteiligen. Entsprechende Pläne gebe es schon in Kirchentellinsfurt, Gomaringen und Pliezhausen, berichtete Renate Haug. Der Nehrener Pfarrer Jörg Conrad signalisierte den Bedarf seiner Gemeinde, verwies aber auf noch ungeklärte Finanzierungsfragen. Über die Altenheimseelsorge, deren Umfang den Plänen zufolge von derzeit 50 Prozent ab 2014 auf 40 Prozent gekürzt werden sollte, wird die Herbstsynode 2013 gesondert beraten, wie der Dußlinger Synodale Peter Klett als Mitglied des Kirchenbezirksausschusses erfolgreich beantragt hatte. Gegen diese Kürzung hatte sich nicht nur Angelika Kromer von der Samariterstiftung ausgesprochen, die bisher einen fünfprozentigen Stellenanteil kofinanziert.

 

Die Wahl zum Vertrauensausschuss für die Evangelische Kirchenwahl am 1. Dezember 2013 war unumstritten: Mit der Vorbereitung und organisatorischen Durchführung der Kirchenwahlen beauftragt wurden die Tübinger Pfarrerin Angelika Volkmann, der Öschinger Pfarrer Stefan Lämmer, die Hagellocher Kirchenpflegerin Birgit Auth-Hofmann, der Tübinger Kirchengemeinderat Rainer E. Müller sowie die Kirchengemeinderatsvorsitzenden Heide Mattheis aus Rottenburg und Karl Herter aus Mössingen.

 

Der Synodalvorsitzende Professor Martin Beck lud Bezirkssynodale und Öffentlichkeit ein zum Investiturgottesdienst für die neue Tübinger Dekanin Elisabeth Hege am Sonntag, 9. Dezember um elf Uhr in der Stiftskirche mit anschließendem Empfang in der Alten Aula.

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