Sich neu ausrichten

Evangelische Landeskirche Württemberg

Buße tun. Innehalten. Sehen, in welche Richtung ich laufe. Die Richtung ändern. Umkehren.

„So wie bisher geht es nicht weiter. Ich kehr um.“ Wer das sagt, der erkennt, dass irgendetwas in seinem Leben schief läuft. Dass er selbst schief läuft. Und welcher Mensch hätte nicht schon diese Erfahrung gemacht. Wenn ich mich so richtig in der Wortwahl vergriffen habe. Mich in einen Streit verrannt. Ungnädig mit mir und anderen. Nur um hinterher zu maulen: „Die Wahrheit wird man doch noch sagen dürfen!“

Umkehren. Die Richtung ändern. Buße tun. Den Sinn, das Herz neu ausrichten. Sich drehen und wenden lassen. Von Gott.

Kennen Sie die Werbung für die Duracell-Batterien? Die Werbung mit den rosafarbenen Häschen? Als Kind war das einer meiner Lieblingswerbespots: Die Hersteller der Batterien werben mit einem Häschen, das unermüdlich vor sich hinhoppelnd immer weiter läuft. Natürlich länger als alle Häschen mit anderen Batterien. Dann sagt der Kommentator am Ende: „Und sie laufen und laufen und laufen und laufen …“

Die Richtung ändern. Sich drehen und wenden lassen. Umkehren.

„So wie bisher geht es nicht weiter. Ich kehr um.“ Wenn ich das sage, erkenne ich, dass ich selbst schief laufe. Ich selber bin in die falsche Richtung unterwegs. Ich merke: Da will ich doch gar nicht hin. Jetzt bin ich schon wieder da gelandet, wo ich nicht hinwill – aus lauter dummer Gewohnheit. Dann sitz ich da und weiß nicht, wie ich zurück kann. Und ich fühl mich wie eines dieser dummen Duracell-Häschen. Die laufen und laufen und laufen … laufen, aber leider in die falsche Richtung.

Umkehren. Sich zu Gott hinwenden. Sich ziehen lassen zu Gott. Das Leben immer wieder neu ausrichten – entgegen der Gewohnheit.

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Gewohnheiten, das sind Entscheidungen, die nicht mehr bewusst getroffen werden müssen. Sie haben sich verselbstständigt. Deshalb sind sie ja so nützlich. Sie entlasten unser Gehirn, das doch tagtäglich unzählige Entscheidungen treffen muss. Deshalb machen Gewohnheiten auch so ein gutes Gefühl – sogar die schlechten. Unser Gehirn belohnt uns für sie mit einem Gefühl von Sicherheit, mit Wohlgefühl.

Umkehren. Entgegen der Gewohnheit. Sich immer wieder neu ausrichten. Auf Gott hin. Uns von Gott richten lassen. Buße tun.

Gott schenkt uns immer wieder Momente, in denen wir innehalten können. Momente, in denen wir anhalten müssen und sehen, wo wir stehen, in welche Richtung wir laufen. Andachten sind das manchmal, Menschen, die uns hinterfragen, Lieder und Bibelworte. Erfahrungen, die ich nicht nur einfach schlucken kann, weil sie nicht ins gewohnte Bild passen. Und bei alldem lautet die Frage nicht: „Laufe ich und laufe ich und laufe ich?“ Sondern: „Ist das die richtige Richtung, in die ich laufe?“ Wenn ja, dann kann ich auch Pausen machen, die Batterien neu aufladen und gemütlich weiterziehen. Die Frage lautet immer: „Stimmt die Richtung?“

Umkehren. Den Sinn wenden. Sich drehen und wenden lassen. Von Gott. Von Jesu Botschaft: „Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Also: Kehrt um!“ (Matthäus 4,17).

Amen.

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