Diakonie Baden-Württemberg kritisiert Entscheidung zum Betreuungsgeld

Evangelische Landeskirche Württemberg

Karlsruhe/Stuttgart. Die Diakonie in Baden-Württemberg kritisiert die Entscheidung für das Betreuungsgeld als falsch. Oberkirchenrat Urs Keller, Sprecher der Diakonie Baden-Württemberg, sagte, Geld für die Kinderbetreuung müsse so eingesetzt werden, wie es der Gesellschaft insgesamt am meisten nutzt. Deshalb sollten die Mittel besser in den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen investiert und nicht individuell ausgezahlt werden. Hundert Euro im Monat seien zwar nicht wenig Geld, aber nicht genug, um damit eine Erziehung zu finanzieren.

Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, stellvertretender Sprecher der Diakonie Baden-Württemberg, kritisiert darüber hinaus, dass wieder Hartz-IV-Familien ausgeschlossen würden. Sie profitierten weder vom Betreuungsgeld noch von der Sparzulage. "Wir müssen allen Kindern gleiche Chancen auf Bildung eröffnen, unabhängig von ihrer Herkunft. Das gelingt uns eher, wenn die Plätze in Tageseinrichtungen für Kinder erweitert werden."

In Kindertageseinrichtungen werde die Grundlage für die individuelle Persönlichkeitsentwicklung der Kinder gelegt. Dabei spielten Bildungsangebote eine wichtige Rolle. Das Vorhaben der Bundesregierung, das Betreuungsgeld zum Bildungssparen zu nutzen, lehne die Diakonie ab. Wenn Geld für die Bildung ausgegeben werde, dann müsse es auch allen zugute kommen. Kitas seien dafür der richtige Ort.

Keller und Kaufmann stimmen der Bundesregierung zwar zu, dass Mütter und Väter die Freiheit haben müssten, sich für einen Beruf zu entscheiden. Das sei heutzutage aber eine Selbstverständlichkeit. Hundert Euro mehr oder weniger seien außerdem nicht ausschlaggebend dafür, ob ein Elternteil auf eine Arbeitsstelle verzichtet oder nicht.

Der Bundestag hatte grünes Licht für das Betreuungsgeld zum ersten August 2013 gegeben. Danach bekommen Eltern, die ihre ein- bis zweijährigen Kinder zu Hause erziehen und nicht vom Kita-Ausbau profitieren, 100 Euro monatlich. Vom ersten August 2014 an werden 150 Euro je Kind gezahlt. Außerdem soll die Möglichkeit bestehen, das Betreuungsgeld anzusparen, um es später für die Ausbildung oder die Altersvorsorge der Kinder ausgeben zu können.

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