25 Jahre Kirche im Privatradio

Evangelische Landeskirche Württemberg

Jürgen Kaiser, Geschäftsführer der Evangelisches Medienhaus GmbH und "Gründervater" der Agentur für Privatradio in Württemberg (APW), erinnerte nach einer kurzen Begrüßung durch Moderator Georg Bruder an die Anfänge des kirchlichen Engagements im Privatradio. Von Beginn an habe die Botschaft des Evangeliums im Zentrum gestanden. Das solle auch weiterhin so bleiben. Andreas Koch, ebenfalls kirchliches Radio-Urgestein und heutiger Redaktionsleiter der APW, wies darauf hin, dass mit vergleichsweise geringem finanziellem Aufwand sehr viele Menschen mit der kirchlichen Botschaft erreicht würden.

Holger Albrich von der Landesanstalt für Kommunikation in Baden-Württemberg (LFK) machte deutlich, dass gut gemachte kirchliche Inhalte kein Abschaltfaktor seien und Kirche als soziales Gewissen und Korrektiv der Sender wahrgenommen werden könne. Aus Sicht der LFK gebe es keinen Änderungsbedarf am kirchlichen Engagement bei den Privatradiosendern. Die Kirche müsse sich allerdings überlegen, welches Ziel sie künftig verfolgen wolle: Weiterhin viele Menschen über die Privatradiosender erreichen – mit potentiell geringerer Aufmerksamkeit? Oder doch lieber mit einem eigenen „Kirchensender“, einem Spartenprogramm, das weniger Hörer hat, dafür aber deren volle Aufmerksamkeit?

 

Andreas Odrich, Chefredakteur von ERF Medien (Wetzlar), kam als Vertreter eines solchen Spartenprogramms ins Evangelische Medienhaus. Er selbst benutze viel lieber den Begriff „Avantgarde-Radio“, weil es Dinge tue, die das „Dudelfunk“-Privatradio offensichtlich mittlerweile vergessen habe. Odrich machte deutlich, dass ihm christliche und kirchliche Inhalte am Herzen lägen und wies aus eigener Erfahrung auf mangelnde Offenheit und Kooperationsbereitschaft mancher Privatsender bei Glaubensthemen hin. Das bedeute zum Beispiel sogar eine Tabuisierung gewisser Reizwörter wie „Gott“, „Jesus“ oder „Glaube“ in Beiträgen und Reportagen. In den (Sparten-)Programmen von ERF Medien gebe es dagegen die Möglichkeit, tiefer zu gehen, die Menschen zu begleiten und Glauben zu festigen.

 

Tobias Glawion, Redaktionsleiter des Evangelischen Kirchenfunks Niedersachen (ekn), dem Pendant der Agentur für Privatradio in Württemberg, sprach sich dagegen deutlich für eine weitere Beteiligung der Kirchen am Vollprogramm der bestehenden Sender aus. Die kirchlichen Inhalte profitierten so von den starken Sendermarken. Jeden Sonntag erreichten die Sendungen des ekn über zwei Millionen Hörerinnen und Hörer, von denen viele sonst nichts von Kirche und Glaube erfahren würden. Sein Ziel sei es, kirchliche Themen und Inhalte in Zusammenarbeit mit den Sendern zum „talk of town“, zum Tagesgespräch zu machen. Dies gelänge beispielsweise mit einer jährlichen Spendenaktion für Kinder in der Vorweihnachtszeit, mit der auf die Not vieler Kinder und auf kirchliche Hilfsangebote der Diakonie aufmerksam gemacht werden könne. Kirche im Privatfunk sei darüber hinaus oftmals deren letzte „missionarische Speerspitze“ in der heutigen Gesellschaft. Diese Chance sollten die Kirchen auf keinen Fall aufgeben, so Glawion.

 

Gegründet wurde die APW als Evangelische Radioagentur für Württemberg (ERA) unter dem Dach der Evangelisches Medienhaus GmbH in Stuttgart. Der Name hat sich geändert – die Aufgaben sind geblieben: Mit Verkündigungssendungen und sonntäglichen Kirchenmagazinen erreicht die APW Tag für Tag mehrere hunderttausend Menschen, die Antenne 1, Radio 7, Radio Ton, bigFM und andere Privatsender hören.

Mehr Informationen über die Agentur für Privatradio in Württemberg, Sendungen und Sendezeiten: http://www.privatradioagentur.de

 

 

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