„Nachhaltige Energie‟ für alle

Tourismus ist einer der größten Wirtschaftssektoren, in dem weltweit über 200 Millionen Menschen beschäftigt sind. „Auch für die Kirche spielt das Thema Tourismus eine wichtige Rolle.“, so Oberkirchenrat Thorsten Latzel, im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auch zuständig für die Themenbereiche Freizeit, Erholung und Tourismus. „Als Kirche wollen wir den Menschen auch dann nahe sein, wenn sie unterwegs sind. Deshalb sind wir an zahlreichen Orten des Tourismus mit vielfältigen Angeboten präsent.“ Evangelische Kirche hält Räume der Stille vor und bietet Seelsorge an auf Flughafen, Autobahn, Camping¬platz, an Bord von Kreuzfahrtschiffen, in den Auslandsgemeinden. „Allein die mehr als 20.000 Kirchengebäude in Deutschland machen die Evangelische Kirche zu einem der wichtigsten Kulturträger.“ Auch das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 hat die EKD fest im Blick: „Deutschland ist ein religiöses Reiseland. Gäste aus aller Welt werden zu uns kommen und mit uns 500 Jahre Reformation feiern“, sagt Latzel.Evangelische Kirche setzt sich dafür ein, dass mit den touristischen Angeboten die Brücken genutzt werden zu einem besseren Verständnis der Kulturen, Lebensstile und Traditionen. Die Interessen der Einheimischen in den besuchten Ländern müssen geachtet und die Reiseangebote nachhaltig ausgerichtet werden. Nicht zuletzt braucht die Tourismusbranche faire Arbeitsbedingungen für ihre Angestellten.Der Welttourismustag will das Bewusstsein für diese Herausforderungen und die Bereitschaft zum Handeln schärfen. Mit dem diesjährigen Motto „Nachhaltige Energie für alle“ nimmt der Tag eines der großen Zukunftsthemen auf. „Es ist ein Hoffnungszeichen, dass Reiseangebote, die auf Umweltaspekte Wert legen und bei denen die Beschäftigten fair bezahlt werden, höhere Wachstumsraten haben als der Tourismus insgesamt.“, so der Thorsten Latzel. „Wenn Tourismusbetriebe in nachhaltige Energieversorgung, zum Beispiel in Solar-, Photovoltaik- oder Biogasanlagen investieren, entlasten sie die öffentlichen Stromnetze und mindern ihre Auswirkungen auf das Weltklima. Kommt diese umwelt- und klimafreundliche Energieversorgung dann auch der ortsansässigen Bevölkerung zugute, ist das ein aktiver Beitrag zur Energiegerechtigkeit.“Mit der „Klimakollekte“ unterhält die Evangelische Kirche ein Instrument, mit dem Reisende persönlich ihre Emissionen kompensieren können. Die unterstützten Projekte widmen sich dem Ausbau erneuerbarer Energien und Maßnahmen zur Energieeffizienz in Entwicklungsländern.Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2012 zum „Internationalen Jahr nachhaltiger Energie für alle“ erklärt. Drei Ziele verbindet die Weltgemeinschaft bis zum Jahr 2030 damit: Die Sicherung des allgemeinen Zugangs zu einer modernen Energieversorgung, die Verbesserung der Energieeffizienz um 40 Prozent und die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien auf 30 Prozent. In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern sind weite Teile der Bevölkerung immer wieder von extremen Stromausfällen betroffen. Etwa 1,5 Milliarden Menschen weltweit haben überhaupt keinen Zugang zu modernen Formen der Energieversorgung. Vor diesem Hintergrund bezeichnete der Ratsvorsitzende das Motto zum diesjährigen Welttourismustag auch als einen Appell zur „Energie- und Klimagerechtigkeit“. Die Welttourismus-Organisation (UN-WTO) ist eine Spezialorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Madrid. Ziel der UN-WTO ist die Förderung und Entwicklung des Tourismus als Beitrag zu wirtschaftlicher Entwicklung, internationalem Verständnis, Frieden, Wohlstand und Respekt für Freiheit und Menschenrechte ohne Unterschiede nach Rasse, Geschlecht, Sprache oder Religion.Die Evangelische Kirche versteht sich als Begleiterin von Menschen im Urlaub und der in der Tourismusbranche Arbeitenden. Sie sieht in dieser Arbeit einen Dienst am Menschen und setzt sich für eine sozial und ökologisch verantwortete Gestaltung des Reisens ein.
Zur Quelle
Evangelische Kirche in Deutschland: Editorials

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