Landesbischof zu Gast in Esslingen

Evangelische Landeskirche Württemberg

Der Gottesdienst wird von der Evangelischen Johanneskirchengemeinde gemeinsam mit der Evangelischen Schwerhörigenseelsorge gestaltet. Damit solle das Thema Schwerhörigkeit ganz allgemein und besonders im Gottesdienst stärker ins Bewusstsein gerufen werden, sagt Pfarrer Christof Hermann von der Johanneskirche. „Die betroffenen Gemeindeglieder verdrängen oder verbergen aus falscher Scham nicht selten ihre Schwerhörigkeit, was dann leicht zur Ausgrenzung und Isolation führt. So kann der Gottesdienst auch dazu anregen, mit der eigenen Schwerhörigkeit besser umgehen zu lernen.“

 

Jeder Fünfte mit Hörstörung

 

Immerhin hat einer Studie zufolge jeder fünfte Deutsche eine Hörstörung, bei den über 70-jährigen ist es schon mehr als die Hälfte. Schätzungen gehen davon aus, dass in der „normalen“ Gottesdienstgemeinde aufgrund der Altersstruktur 30 bis 40 Prozent Schwerhörige sitzen.

Kein Sondergottesdienst

 

Vorbereitet und mitgestaltet wird der Gottesdienst von schwerhörigen Menschen gemeinsam mit der Schwerhörigenseelsorgerin Rosemarie Muth. So sollen die Erfahrungen Schwerhöriger in die Bibelauslegung und die Texte mit einfließen. Der Pfarrerin ist jedoch wichtig, dass die Gottesdienste unter ihrer Federführung „keine Schwerhörigen-Sondergottesdienste sind, sondern ganz normale Sonntagmorgengottesdienste der Gemeinde, die sich ja immer aus guthörenden und schwerhörigen Menschen zusammensetzt“.

 

Damit Menschen mit Hörproblemen den Gottesdiensten gut folgen können, sei eine Höranlage wichtig. Diese gibt es in der Johanneskirche. Außerdem werden sämtliche Texte über einen Beamer projiziert.

Kirchenkaffee und Information

 

Nach dem Gottesdienst gibt es einen Kirchenkaffee, wobei sich Gelegenheit zu Gespräch und Information bietet. Zudem bringt das Organisationsteam eine kurze Simulation von Schwerhörigkeit mit und wer mag, kann auch die Höranlage als Guthörender einmal ausprobieren.

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