Vom Gäu an die Ostsee

Evangelische Landeskirche Württemberg

Markus Schoch (46), bis Ende Juli 2012 Pfarrer an der Martinskirche in Sindelfingen, wird ab 1. September 2012 die Pfarrstelle der "Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland" (Vacu Evangeliski-Luteriska Baznica Latvijas), in Riga übernehmen. Er wird dort Nachfolger des vor neun Jahren erstmals eingesetzten deutschen lutherischen Pfarrers Dr. Martin Grahl.
Zu dieser Kirche, die die mit deutschen Wurzeln in Lettland lebenden Protestanten betreut und versorgt, gehören neben Riga weitere vier Gemeinden. So die zweitgrößte Gemeinde Liepaja an der Bernsteinküste der Ostsee mit ca. 80 – 100 Gemeindegliedern, die Gemeinde Dobele mit ca. 50 Gemeindegliedern sowie die Gemeinden Valmiera und Daugavpils mit jeweils 20 – 50 Gemeindegliedern. In diesen Gemeinden außerhalb von Riga wird Pfarrer Schoch einmal monatlich Gottesdienst mit der Gemeinde feiern.

Die bewegende Geschichte mit Fremd-Besetzungen und Eroberungen durch Russland und Hitler-Deutschland hatte zur Folge, dass die lettische Nationalität im 19. Jahrhundert sich verstärken konnte, obwohl sich die lettische Nationalsprache erst relativ spät sich zur Schriftsprache formte. Seit 1920 gibt es einen unabhängigen lettischen Staat, der im Zweiten Weltkrieg und in der nachfolgenden sowjetischen Besetzung unterdrückt worden ist. Durch Harald Kalnins, den ersten Pfarrer der Jesuskirche in Riga, wurde nach dem 2. Weltkrieg in den 70er Jahren die Sammlung der deutschen Protestanten sowohl in Lettland als auch in der Sowjetunion vorangetrieben. Harald Kalnins war dann auch der erste Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Russland und anderen Staaten mit Sitz zuerst in Riga, später in St. Petersburg.

Neben der Verantwortung für die Gottesdienste hat Markus Schoch auch die Verantwortung für die Kinder- und Jugendarbeit, sowie die Kontakte zu der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands, die ihren Sitz ebenfalls in Riga hat.

Von 2004 bis 2012 war Markus Schoch Pfarrer an der Martinskirche in Sindelfingen. Davor war er in den Jahren 2000 bis 2004 Pfarrer in Samara in Russland und hat damit bereits einschlägige, vielseitige Erfahrungen in einer protestantischen Kirche im Ausland. Seine dort erworbenen Russischkenntnisse kommen ihm jetzt bei der Ausübung seines Dienstes in Riga sehr zugute, zumal die Gemeindeglieder, vor allem die Russlanddeutschen, protestantischen Gemeindeglieder im Osten  Litauens nahezu zu 90 Prozent nur russisch sprechen und nicht die Landessprache lettisch.

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