Ein fröhliches Fest zum Kirchenjubiläum

Evangelische Landeskirche Württemberg

1502 wurde der Grundstein für die denkmalgeschützte spätgotische Kirche gelegt, 1512 war der Chor fertiggestellt, drei Jahre später das Kirchenschiff und 1724 der Turm. Treibende Kraft für den Bau des für eine ländliche Gemeinde ungewöhnlich großen Gotteshauses war der Köngener Ortsherr Konrad Thumb von Neuburg, der sich eine Grablege bauen wollte. Aber auch das Kloster Denkendorf, das damals die kirchlichen Rechte in Köngen innehatte, und Köngener Bürger gaben Geld für den Kirchenbau. Schon 1531 fand die Reformation statt, drei Jahre früher als im übrigen Württemberg, erzählt Detlef Rothfuß vom Köngener Geschichts- und Kulturverein.

 

Kunsthistorische Kostbarkeiten

 

Zu den kunsthistorischen Leckerbissen in der Kirche, die im vergangenen Jahr umfassend renoviert wurde, zählen eine bemalte Renaissance-Holzdecke über dem Kirchenschiff, ein gotisches, ebenfalls bemaltes Netzrippengewölbe im Chor, ein mittelalterlicher Dreikönigsaltar, eine rund 500 Jahre alte Golgathagruppe aus Holz und steinerne Epitaphien. Die älteste Grabplatte von Albrecht Thumb von Neuburg stammt wie der Dreikönigsaltar noch aus der Vorgängerkirche.

 

Herausragende Pfarrer

 

Von der langen Reihe der Pfarrer, die in Köngen wirkten, zeugt eine Tafel über dem Eingang zur Sakristei. Daniel Pfisterer, der Autor des „Barocken Welttheaters“ im 18. Jahrhundert ist ebenso darunter wie Eugen Stöffler, der gemeinsam mit seiner Frau Johanna in der Nazizeit durch seinen mutigen Einsatz im Rahmen der Württembergischen Pfarrhauskette zahlreichen Juden das Leben rettete. Ein halbes Jahr war zudem Eduard Mörike 1827 Vikar in Köngen. Walter Christoph Schüz hat in den 1950er Jahren den Innenraum der Kirche umgestaltet mit dem Ziel, eine Kirche der Tat und nicht nur des Worts zu schaffen, sagt Rothfuß. Viele Details enthalten der neue Kirchenführer und das Faltblatt, das die Kirchengemeinde zum Jubiläum herausgebracht hat.

Offene Gemeinde

 

Man wolle eine familien- und kinderfreundliche Gemeinde sein, betont Pfarrer Andreas Lorenz, der gemeinsam mit seinem Kollegen Bernd Schönhaar die gut 4500 Gemeindemitglieder betreut. Dies drückt sich auch im Jubiläumsprogramm aus. Am 29. Juni, dem Tag der Apostel Petrus und Paulus, will sich die evangelische Gemeinde als Ort der Begegnung, des Gebets und der Inspiration, der Musik und der Feier, des Worts und des Glaubens wie auch als Ort der Freude präsentieren.  Offenheit ist der Kirchengemeinde Köngen wichtig – gegenüber den unterschiedlichen religiösen Strömungen innerhalb der Gemeinde, gegenüber der katholischen Kirchengemeinde wie auch anderen Gruppen in der Gesellschaft. Dass dies gelingt, zeigen die vielen Organisationen, die sich am Jubiläumsprogramm beteiligen, darunter auch die türkische Gemeinde Köngens.

Das Jubiläumsprogramm am 29. Juni 2012

Ab 16 Uhr:

Spielstraße um die Kirche und im benachbarten Schulhof
16 Uhr und 17 Uhr:

Kunsthistorische Kirchenführung
18 Uhr:

Gottesdienst mit einem szenischen Gang durch die Geschichte der letzten 500 Jahre
19 Uhr:

Hocketse vor der Kirche mit den „Swinging Profs“
19 – 21 Uhr:

Versteigerung von Gegenständen aus der Kirche vor der Renovierung wie alte Lampen und andere Fundstücke
22 Uhr:

Geistliches Nachtkonzert für Orgel und Chor

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