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Diakoniechef fordert: Betreuungsgeldpläne aufgeben

Evangelische Landeskirche Württemberg

Nagold/Stuttgart (epd). Scharfe Kritik an der Bundesregierung wegen ihres Festhaltens an der Einführung eines Betreuungsgeldes hat der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, geübt. Die Pläne sollten aufgegeben werden und das Geld in den Ausbau von Kindertagesstätten gesteckt werden, sagte Kaufmann am Freitag in Nagold (Kreis Calw) bei der Vorstellung des Programms der "Woche der Diakonie". Der "sinnvolle und wichtige Rechtsanspruch auf Betreuung von Kindern unter drei Jahren" ab August 2013 könne an vielen Orten mangels Geld nicht umgesetzt werden.

Gleichzeitig hält es der Diakoniechef für falsch, Hartz-IV-Empfänger vom Empfang des Betreuungsgeldes auszuschließen. Damit schaffe man eine Zweiklassengesellschaft, denn nur den Gutverdienenden solle die Möglichkeit eingeräumt werden, zwischen einem Kita-Platz und der Betreuung zu Hause wählen zu können. "Und wieder soll an dieser Stelle bei den Armen gespart werden", kritisierte Kaufmann.

Der Oberkirchenrat machte auch auf die zunehmende Verschuldung von Menschen in Baden-Württemberg aufmerksam. Von 2009 auf 2010 sei die Zahl der Menschen mit Zahlungsschwierigkeiten um 3,3 Prozent auf 610.000 gestiegen. Derzeit gebe es nur für fünf Prozent der absolut Überschuldeten Beratungsangebote. Deshalb müsse die Zahl der Beratungsstellen erhöht werden, forderte Kaufmann.

Die "Woche der Diakonie" vom 17. bis 24. Juni steht in diesem Jahr unter dem Leitsatz "Seine Sorgen möchten Sie nicht haben – Menschlichkeit braucht Ihre Unterstützung". In Nagold, wo derzeit unter kirchlicher Beteiligung die Landesgartenschau stattfindet, soll die Aktionswoche mit einem Festwochenende abgeschlossen werden. Im Gottesdienst wird der Diakonie-Vorstandsvorsitzende Kaufmann predigen.

Im vergangenen Jahr haben die Kollekten und Sammlungen zur "Woche der Diakonie" in Württemberg 387.000 Euro ergeben – rund 10.000 mehr als 2010.

Arraywww.epd-sw.de

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