Gleiche Ausbildung für Männer und Frauen

Evangelische Landeskirche Württemberg

Vor vierzig Jahren begannen zum ersten Mal Frauen eine Ausbildung zur Diakonin. Zwar gab es schon vorher Frauen in diakonischen Berufen – doch in der Regel waren sie als Gemeindehelferin angestellt und arbeiteten dem Pfarrer zu. Ab 1972 hat sich das geändert: "Nach den Umwälzungen der 68er zog das Bewusstsein ein, dass Frauen und Männer gemeinsam ausgebildet werden sollen", erzählt Karin Roos-Erbs, Referentin vom Karlshöher Diakonieverband. "Damals begann es auch, dass Frauen in die Gremien eingezogen sind, um gemeinsam mit den Männern Verantwortung zu übernehmen."

Vor 1972 war die Ausbildung bereits an Bedingungen geknüpft: So mussten die jungen Frauen mittlere Reife nachweisen, ein hauswirtschaftliches Jahr und ein Vorpraktikum absolviert haben. Außerdem mussten sie Maschinenschreiben beherrschen. Die Ausbildung erfolgte ab 1923 in der Diakonieschule, die unter dem dach der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart eingerichtet worden war. Während des Zweiten Weltkriegs zog die Schule um auf die Karlshöhe in Ludwigsburg, später nach Hoheneck, um dann im Evangelischen Diakonieseminar in Denkendorf ein neues Zuhause zu finden. Die Männer wurden zu der Zeit bereits auf der Karlshöhe zu Gemeindehelfern und Stadtmissionaren ausgebildet. Später kamen auch der Gemeindepfleger, der Heimleiter und der Katechet als Berufsbild dazu.
Als die Frauen gemeinsam mit den Männern ausgebildet werden sollten, kam unter anderem die Frage auf, welche Berufsbezeichnung denn weiblichen Diakone haben sollen. "Da gab es dann in Hamburg zum Beispiel den Vorschlag, sie ‚Diakonette‘ zu nennen", berichtet Karin Roos-Erbs. Doch Diakonin habe sich letzten Endes als Berufsbezeichnung doch durchgesetzt.
Zu Beginn der gemeinsamen Ausbildung von Frauen und Männern zu Diakoninnen und Diakonen sei die Verteilung der Geschlechter in etwa gleich gewesen. Mittlerweile sind aber mehr Frauen in der Ausbildung. Roos-Erbs sieht dies als Trend: "Auch beim Theologie-Studium sind Frauen auf dem Vormarsch." Seit Beginn der gemeinsamen Ausbildung gibt es für jeden Diakon und jede Diakonin auch zwei Abschlüsse: einen staatlichen und einen kirchlichen. So können die Absolventen sowohl bei Kirche und Diakonie als auch beim Staat arbeiten.

Das Festprogramm am Samstag, 24. März im ehemaligen Kolleggebäude der Evang. Hochschule in Ludwigsburg:

ab 13.30 Uhr: Ankommen, Begegnen, Wahrnehmen
14.30 Uhr Festprogramm mit einer abwechslungsreichen Mischung aus Aktionen, Geburtstagsgrüßen, Erinnerungen und Musik. Moderation: Diakonin Dr. Gabriele Mayer und Diakonin Karin Roos-Erbs 
17.30 Uhr: Festbuffet mit vielen Köstlichkeiten
18.30 Uhr: kreatives "Mitbringprogramm" – künstlerisch in Wort und Bild, mit Musik, Tanz und Gesang, laut und wild, leise und nachdenklich. Moderation: Diakonin Miriam Schiefelbein-Beck 

Stichwort Diakoninnen und Diakone:
Diakoninnen und Diakone sind in verschiedenen Arbeitsfeldern der Evangelischen Landeskirche in Württemberg tätig. Vorwiegend arbeiten sie dabei in den Bereichen der Gemeindediakonie, Jugendarbeit, Religionspädagogik, Seelsorge, Sozialen Diakonie, Pflegediakonie und Sonderdienste. Um diese Aufgaben kompetent erfüllen zu können, absolvieren sie eine Ausbildung oder eine berufsbegleitende Qualifizierung an einer von der Landeskirche anerkannten Ausbildungsstätte. Dazu gehören die Evangelische Hochschule Ludwigsburg (www.eh-ludwigsburg.de) und verschiedene diakonisch-missionarische Ausbildungsstätten. Auch ein theologisch-religionspädagogisches oder diakonisch-sozialpädagogisches Studium an einer evangelischen Fachhochschule ist möglich. In der Regel sind Diakone im Kirchenbezirk oder bei einer Diakonischen Einrichtung angestellt und werden dort von Hauptamtlichen, die für die Dienst- und Fachaufsicht zuständig sind, und Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit begleitet.

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