„Marktwirtschaft braucht Mitbestimmungsrechte“

Evangelische Landeskirche Württemberg

Pfarrer Karl-Ulrich Gscheidle ist am Donnerstag, 15. März im Rahmen eines Investiturgottesdienstes in der Marienkirche in sein neues Amt eingeführt worden als Wirtschafts- und Sozialpfarrer beim Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Reutlingen, einem Fachdienst der Evangelischen Akademie Bad Boll. Der 54-Jährige hat die Nachfolge angetreten von Pfarrer Jens Junginger, der im vergangenen Herbst nach Tuttlingen gewechselt war.

 

„Die Bibel lobt die Arbeit, aber auch die Begrenzung der Arbeit durch Ruhe – beides gehört zusammen“, sagte Gscheidle in seiner Antrittspredigt. Eine funktionierende Marktwirtschaft brauche deshalb auch gut funktionierende Mitbestimmungsrechte, dies sei ein sozialer und wirtschaftlicher Machtfaktor. Es gelte, für den Erhalt von Arbeitsplätzen und für gute Arbeitsbedingungen zu kämpfen und nicht zu resignieren. Der Mensch bleibe verantwortlich für sein Tun, so Gscheidle, aber entscheidend sei auch: „Gottes Zuwendung wirkt sich bis ins Tun unserer Hände aus.“

 

„Die Arbeit des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt bringt Sie auch mit Menschen zusammen, die in der Kirche keine Heimat mehr haben und die trotzdem viel von uns erwarten“, sagte Akademiedirektor Joachim Beck: „Sie werden auf Menschen treffen, die sich um eine gerechte Welt sorgen und mühen, die um Arbeitsplätze und Tarifabschlüsse kämpfen.“ Im Kontakt mit der Mitarbeitendenversammlung der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker sei Gscheidle bereits „mittendrin“.

 

Karl-Ulrich Gscheidle stammt aus Heilbronn. Er hat Theologie in Tübingen und München sowie Betriebswirtschaftslehre in Rosenheim studiert. Nach dem Vikariat in Altensteig war Gscheidle Pfarrer zur Anstellung in Weinsberg sowie Gemeindepfarrer in Münster am Kocher und zuletzt in Stuttgart-Giebel. Gscheidle ist verheiratet mit der Pfarrerin und Bad Boller Studienleiterin Susanne Wolf.

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