„Was dort geschieht, geschieht im Namen Europas‟

Flüchtlinge leiden größte Not: mangels Essen, wegen nächtlicher Minusgrade und durch ständige Übergriffe der marokkanischen Polizei. Von katastrophalen Zuständen berichtet eine Delegation aus der Evangelischen Kirche im Rheinland nach dem Besuch afrikanischer Flüchtlinge in Marokko, Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen. Menschen, die nach Europa wollten, Marokko nur als Durchgangsstation sehen und nun dort in notdürftigen Behausungen aus Ästen und Plastikfetzen leben, in und unter verrosteten Zügen auf Abstellgleisen. Ein Baby nur in einem Unterhöschen. „Was dort geschieht, geschieht im Namen Europas“, sagt Achim Schwabe, stellvertretendes Kirchenleitungsmitglied Achim Schwabe der rheinischen Kirche. Er ruft dazu auf, die Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Kirche in Marokko noch mehr zu unterstützen und politisch Druck zu machen. Die Abschottung an den EU-Außengrenzen sei Unrecht, führe zur Verletzung fundamentaler Menschenrechte. Langfristig gelte es, für bessere Lebenschancen der Menschen in ihren Herkunftsländern zu kämpfen. Not und Elend der Flüchtlinge in Marokko seien schockierend, heißt es im Bericht über die Reise. Wer in die traumatisierten Gesichter der Flüchtlinge geschaut habe, wisse, wie wichtig die Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Kirche von Marokko ist, so der Bericht. Die Besuchsgruppe war in Lagern in Oujda, Fes und Rabat. Die durch die Blockadepolitik an den EU-Außengrenzen entstandene Lage sei unerträglich.Persönliche Hilfe ist verboten, die Nothilfe der Kirche wird geduldet: Die kleine Evangelische Kirche in Marokko stellt auf die Beine, was irgendwie geht. Lebensmittelpakete, dringendste medizinische Versorgung – das gehört zu ihrem Notprogramm für die Flüchtlinge, die wund an Körper und Seele in Marokko festhängen. Die dortige Polizei zerstört illegale Lager, selbst notdürftige Zelte, wenn sie ihnen auf die Spur kommt. Mit Kirchenpräsident Samuel Amedro und anderen besprach die Reisegruppe weitere Unterstützung und Projekte aus der rheinischen Kirche in der nächsten Zeit. „Wir wollen nur in Frieden leben, nicht ständig von der Polizei aufgeschreckt und gejagt werden“, sagen die beiden Flüchtlinge aus Burkina Faso zur Landessynodalen Heidi Janina Stiewink, die selbst seit Jahrzehnten in Burkina Faso engagiert ist. Die rheinische Delegation hat mit eigenen Augen kurz zuvor polizeilich zerstörte Behelfszelte gesehen. (ekir.de)
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Evangelische Kirche in Deutschland: Editorials

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