Historische Schätze ins rechte Licht gerückt

Evangelische Landeskirche Württemberg

Bei dieser Gelegenheit wurden nicht nur Schäden am Gebäude beseitigt und Installationen erneuert, sondern auch die historischen Schätze des 500 Jahre alten Bauwerks ins rechte Licht gerückt.    Und davon hat die zwischen 1501 und 1512 erbaute denkmalgeschützte spätgotische Kirche, die als Grablege der Ortsherren Thumb von Neuburg geplant war, einige zu bieten. Darunter sind eine bemalte Renaissance-Holzdecke über dem Kirchenschiff, ein gotisches, ebenfalls bemaltes Netzrippengewölbe im Chor, ein mittelalterlicher Dreikönigsaltar, der noch aus der Vorgängerkirche stammt, eine Golgathagruppe aus Holz und steinerne Epitaphien. Sie alle wurden sorgfältig restauriert.

 

„Die Kirche verfügt über einen Spannungsbogen vom späten Mittelalter über die Aufklärung bis in die Moderne“, erklärt Architekt Urban Kreuz. Ziel der Renovierung sei auch gewesen, diese „Zeitschichten“ wieder in ihrer Schönheit herauszustellen. Zugleich hat sein gestalterisches Konzept die Atmosphäre des Kirchenraums aufgehellt und aufgelockert. Die Bänke wurde in hellem Grau lasiert, die Wandfarbe ist heller und eine neue Beleuchtung rückt Kunstwerke und Kirchenraum in ein besseres Licht.

 

Mehr Freiraum in Chor und Kirchenschiff

 

Die vorderen Kirchenbänke wurden dreigeteilt und lassen sich nun variabler aufstellen. Stärker im Mittelpunkt steht jetzt auch der Altar, der verkleinert und weiter nach vorne gerückt wurde. „So wurde mehr Freiraum in Chor und Kirchenschiff geschaffen“, sagt Kreuz.

Erneuert wurden zudem Elektrik, Lautsprecheranlage und Heizung. Feuchtigkeitsschäden am Dach und in den Wänden wurden repariert, ebenso wie Risse im Chorgewölbe. Nun muss noch der Schimmel in der Orgel beseitigt werden.

Spenden helfen bei der Finanzierung

 

Rund 840 000 Euro wird die Sanierung der Peter- und Paulskirche kosten. Finanziert wird dieser Betrag aus Eigenmitteln der Kirchengemeinde und zahlreichen Spenden. Gut 240 000 Euro wurden allein in den vergangenen beiden Jahren gespendet. Hinzu kommen Zuschüsse von Landeskirche, Kirchenbezirk, der Gemeinde Köngen und dem Landesdenkmalamt, das die Sanierung begleitete. „Uns fehlen noch rund 57 000 Euro“, sagt Pfarrer Bernd Schönhaar.

Ehrenamtliche Helfer leisten wichtigen Beitrag

 

Einen wichtigen Beitrag haben die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer geleistet, die Samstag für Samstag und bei Bedarf auch unter der Woche auf der Baustelle waren – ein harter Kern von sechs bis acht Leuten, aber auch immer wieder neue alte und junge Helfer, freut sich Ev-Marie Lenk, die Vorsitzende des Kirchengemeinderats. Sie schafften die Bänke aus dem Kirchenschiff und später wieder hinein, reinigten mit Schwämmen die Wände, beseitigten Schutt und klopften wo nötig den Putz ab. Mindestens 1500 ehrenamtliche Stunden wurden so geleistet, was einem Wert von 25 000 Euro entspreche, so Lenk.

 

Zu Gast in der katholischen Kirche

 

Während ihre Kirche renoviert wurde, hat die katholische Kirchengemeinde den evangelischen Christen ihr Gotteshaus zur Verfügung gestellt und sich in den Gottesdienstzeiten sogar nach den Bedürfnissen der Gäste gerichtet. Viele gemeinsame ökumenische Gottesdienste und Veranstaltungen fanden statt, so dass Lenk sagt: „Die Ökumene hat gewonnen.“

 

Ökumenischer Gottesdienst zum Abschluss der Renovierung

Am kommenden Sonntag, 12. Februar 2012, wird der Abschluss der Renovierung deshalb mit einem ökumenischen Gottesdienst gefeiert. Er beginnt um 9.30 Uhr in der katholischen Kirche „Zum guten Hirten“. Von dort aus zieht die Gottesdienstgemeinschaft in die Peter- und Paulskirche, wo der Festgottesdienst um 10 Uhr gefeiert wird. Im Anschluss gibt es einen Stehempfang.

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