Familie Binder » Landeskirche » "Die schwäbische Seele unterscheidet sich von der nordamerikanischen"
"Die schwäbische Seele unterscheidet sich von der nordamerikanischen"
Evangelische Landeskirche Württemberg
Stuttgart (epd). Kirchengemeinden brauchen nach Ansicht des US-amerikanischen Pastors Bill Hybels mehr Mut, sich von Mitarbeitern zu trennen, die ihre Aufgabe nicht erfüllen. Wer als Mitarbeiter fortgesetzt schlechte Stimmung verbreite, zu wenig Leistung bringe oder von seiner Aufgabe dauerhaft überfordert sei, müsse in einer Gemeinde von seinem Posten entfernt werden, sagte Hybels am Donnerstag in Stuttgart vor 7.500 Teilnehmern des christlichen Willow-Creek-Leitungskongresses. Hybels leitet bei Chicago die von ihm vor 36 Jahren gegründete Willow-Creek-Gemeinde, deren Veranstaltungen am Wochenende von bis zu 25.000 Menschen besucht werden.
Der US-Amerikaner empfahl Christen in Deutschland, Probleme in der Gemeinde klarer zu benennen und engagierter zu lösen. Die Deutschen schafften in Hochtechnologie und Bildung beste Ergebnisse – dieses Denken sollten sie auch auf die Gemeindearbeit übertragen. Hybels erinnerte daran, dass es vor 15 Jahren zum ersten Mal einen Willow-Kongress in Deutschland gegeben habe. Er wünschte sich, dass sich inzwischen mehr im Land verändert hätte. Dazu gehöre aber, dass man im christlichen Umfeld Probleme beim Namen nenne und nicht mit den Begriffen "Liebe" und "Gnade" zudecke.
Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, sprach sich für eine bedachte Übertragung US-amerikanischer Erfolgsprinzipien beim Gemeindeaufbau aus. Der Bischof sagte bei einem Empfang am Rande des Kongresses, seine Kirche sperre sich nicht gegen Neuerungen. Doch müsse bei Veränderungsvorschlägen aus den USA bedacht werden, dass sich die schwäbische Seele von der nordamerikanischen unterscheide.
July nannte es eine fortdauernde Herausforderung, die Bevölkerung mit dem Evangelium zu durchdringen. Das geschehe in Württemberg auf vielfältigste Weise, zum Beispiel durch neue Glaubenskurse. Von der Willow-Creek-Bewegung verspreche er sich zusätzliche Impulse.
Nach Überzeugung des Vorsitzenden von Willow Creek Deutschland, Ulrich Eggers, hat die Bewegung aus den USA in Deutschland "extrem großen" Einfluss gewonnen. Mittlerweile gebe es Kontakte zu 8.000 landes- und freikirchlichen Gemeinden. Willow selbst gründe keine Gemeinden, sondern ermutige bestehende Gemeinden, leidenschaftlicher ihr Christsein zu leben.Die Willow-Creek-Gemeinde in South Barrington bei Chicago hat 9.000 Mitglieder, bis zu 25.000 Gottesdienstbesucher und ein Jahresbudget von 40 Millionen Dollar. An Willow-Creek-Kongressen in Deutschland haben bereits über 100.000 Menschen teilgenommen. Der Stuttgarter Kongress geht an diesem Samstag (28. Januar) zu Ende. Quelle: Arraywww.epd-sw.de
Oberkirchenrat Werner Baur hat im Sommer 2011 einen Leitungskongress von Willow Creek in USA besucht. ArrayZum Interview…
Weitere Informationen unter: Arraywww.willowcreek.de
Veröffentlicht unter: Landeskirche








Kommentare