Die "Mega-Kirche" zu Gast in Stuttgart

Evangelische Landeskirche Württemberg

Die unabhängige Kirchengemeinde "Willow-Creek" ist die zweitgrößte Gemeinde in den USA. Jedes Wochenende kommen über 20.000 Gläubige zu einem ihrer Gottesdienste. Ganz so viele Menschen werden zum internationalen "Willow Creek"- Kongress in Stuttgart nicht erwartet. Aber dennoch freuen sich vom 26-28. Januar mehrere Tausende auf den Austausch mit Gästen aus der ganzen Welt. Sarah-Lisa Angress hat vorab Oberkirchenrat Werner Baur interviewt. Er selbst war noch nie auf einem "Willow Creek"- Kongress, ist jedoch sehr gespannt auf die Veranstaltung im Schwabenländle.

elk-wue: Was bedeutet es für die Landeskirche, dass dieser internationale Kongress in Stuttgart stattfindet?
Werner Baur:
Zunächst einmal ist es einfach eine schöne Sache, Gastgeber für eine so große Veranstaltung zu sein. Über 7.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden an den drei Tagen erwartet und können sich vor Ort austauschen. Organisatorisch müssen wir uns um nichts kümmern, denn auch wir als Landeskirche sind geladene Gäste.

elk-wue: Der Kongress ist hauptsächlich an leitende Führungskräfte gerichtet. Können denn auch einfache Gemeindemitglieder an dieser Veranstaltung teilnehmen?
Werner Baur:
Auf alle Fälle! Es werden zwar viele unserer Mitarbeiter mit Leitungsverantwortung vom Oberkirchenrat und auch Pfarrer am Kongress teilnehmen. Aber wir hoffen auch, dass viele Gemeindemitglieder aus Württemberg den Kongress besuchen. Denn auch für sie sind Vorträge beispielsweise vom Amerikaner Bill Hybels, der die "Willow Creek"- Gemeinde ins Leben gerufen hat, sicherlich interessant.

elk-wue: Was ist das Besondere an diesem internationalen kirchlichen Event?
Baur: Das Besondere ist vor allem das vielfältige kulturelle Umfeld. Jeder hat andere Erfahrungen in seiner Gemeinde gesammelt, kann hier seinen Erfahrungsschatz weitergeben und selbst neue Erkenntnisse gewinnen. Und ich persönlich bin der Meinung, dass man nicht voreilig sagen sollte, "das passt mir gar nicht", sondern lieber reflektiert über andere Ansichten nachdenken sollte.

elk-wue: Was erhoffen Sie sich von der Veranstaltung?
Baur:
Ich erhoffe mir, dass auch nicht gläubige Menschen den Weg zum "Willow Creek"- Kongress finden, damit auch über die kirchlichen Institutionen hinaus ein Austausch stattfindet. Für meine Arbeit und für die Arbeit der Landeskirche wünsche ich mir neue Impulse, an denen wir weiter denken können und die uns in unserer Arbeit weiterbringen. Die "Willow"-Leute, die ich bis jetzt kennengelernt habe, wollen nicht besserwisserisch ihr Konzept an den Mann oder an die Frau bringen, sondern mit ihren Referaten inspirieren, anregen und eine Auseinandersetzung zu unterschiedlichen Themen fördern. Wenn das gelingt, dann wird der Kongress für viele ein Gewinn sein.  

Über den Kongress:
Zum Stuttgarter Willow-Creek-Kongress vom 26. bis 28. Januar werden rund 8.000 Teilnehmer erwartet, die Hälfte davon aus evangelischen Landeskirchen. Die Veranstaltung steht unter der Überschrift "Fokus – worauf kommt es an?" Sie will Führungskräfte in Gemeinden in einer Zeit vielfältigster Ideen und permanenter Ablenkung durch neue Medien dahin bringen, wieder über ihre eigentlichen Ziele nachzudenken. Einer der Hauptredner ist der Gründer der Willow-Creek-Gemeinde, Pastor Bill Hybels. Hybels startete seine Gemeinde hemdsärmelig und ohne abgeschlossene theologische Ausbildung in einem Kino. Daraus wuchs in mehr als dreißig Jahren eine der größten Kirchengemeinden der Welt. Zu den Kennzeichen der Gemeinde gehören mitreißende Predigten und ein professionelles Begleitprogramm mit moderner Musik, aufwühlenden Theaterszenen und prominenten Interviewgästen. Weitere Informationen: http://www.willowcreek.de

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