Angriffe auf Christen in Nigeria

Evangelische Landeskirche Württemberg

Die Lage in Mubi, im Nordosten von Nigeria, ist angespannt. Schon länger bestehen Unruhen zwischen den christlichen Anhängern einer Partnerkirche des EMS (Evangelische Mission in Solidarität) und der islamistischen Sekte Boko Haram.

Die Kirche der Geschwister ist eine aus der Tradition der Wiedertäufer hervorgegangene Friedenskirche im Nordosten von Nigeria an der Grenze zu Kamerun. Als Partnerkirche der EMS hat sie wesentlich zu einem vertrauensvollen Klima zwischen den Kirchen und den muslimischen Gemeinschaften in der Region rund um die 98.000 Einwohner zählende Stadt Mubi beigetragen.

Am ersten Weihnachtstag verübte die terroristische Sekte Boko Haram mehrere Anschläge auf christliche Kirchen und deren Anhänger. Dabei starben nach Angaben von Markus Gamache, Manager der Geschwisterkirche in Nigeria, mehr als ein Dutzend Christen.

"Die Situation ist äußerst kompliziert", sagt Jochen Kirsch, Programmverantwortlicher für Nigeria bei mission 21, eine der EMS verbundene Hilfsorganisation. "Selbst ein Bürgerkrieg wäre nicht auszuschließen." Weiter berichtet Kirsch, sei die Lage sehr undurchsichtig. Die Menschen hätten Angst und suchten Schutz in ihren Häusern. Der Gottesdienst werde gemieden. Vorübergehend fliehe ein großer Teil der Bevölkerung aus der Stadt in ihre Heimatdörfer.

Über die Hintergründe, die Identität der Täter, sowie deren Motive könne man nur spekulieren, so Kirsch weiter. Er vermutet, dass ein mögliches Ziel der Gruppe sein könnte, die am Wochenende anstehenden Gouverneurswahlen im Bundesstaat Adamawa zu stören. Ein weiteres denkbares Motiv sei, die öffentliche Ordnung in Nordostnigeria zu destabilisieren, um das Land zu spalten und zumindest teilweise in einen islamistischen Gottesstaat zu überführen.

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