„Ökumenische Brücken gebaut“ nach Osten

Evangelische Landeskirche Württemberg

Ein „Band des Friedens zwischen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und zahlreichen orthodoxen Kirchen Osteuropas zu knüpfen, ist dir zum Herzensanliegen und zur Lebensaufgabe geworden.“ Diese Abschiedsworte von Oberkirchenrat Professor Dr. Ulrich Heckel galten dem Reutlinger Prälaturpfarrer im Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung, Professor h.c. Manfred Wagner, der seit 2001 auch Partnerschaftsbeauftragter für Osteuropa und Geschäftsführer des Arbeitskreises Orthodoxe Kirchen war. Der 65-Jährige wurde am Samstag, 10. Dezember mit einem Festgottesdienst in der Reutlinger Marienkirche in den Ruhestand verabschiedet unter liturgischer Mitwirkung von Prälat Professor Dr. Christian Rose.

 

„Durch Jahrhunderte lange Trennungen haben wir wenig voneinander gewusst“, sagte Pfarrer Wagner in seiner Abschiedspredigt in Richtung der zahlreich erschienenen orthodoxen Metropoliten, Erzbischöfe und Bischöfe. Nach dem Fall des eisernen Vorhangs habe die württembergische evangelische Landessynode aber das Signal gegeben: „Als Landeskirche sollen wir durch die sich nun öffnenden Türen auch hindurch schreiten.“ Oberkirchenrat Dr. Heckel nannte als Beispiele für die von Pfarrer Wagner geknüpften und gepflegten Kontakte die landeskirchliche Partnerschaft mit der slowakischen evangelischen Kirche sowie die Beziehungen nach Rumänien zur lutherischen Kirche Siebenbürgens und zur orthodoxen Kirche in Bukarest und Klausenburg, die Kontakte nach Russland zum Patriarchat in Moskau sowie zu den lutherischen Gemeinden in Moskau und Samara, aber auch die Verbindungen nach Weißrussland, Serbien und Georgien. Dr. Heckel zeigte sich beeindruckt, wie umfangreich Wagner dabei auch Kirchengemeinden, das Jugendwerk, Religionslehrer und die Diakonie einbezogen habe.

 

„Heute sehe ich hier ein ökumenisches Treffen“, sagte Metropolit Mor Eustathius Matta Roham aus Syrien in seinem Grußwort: „Du hast die Brücken gebaut, die es uns ermöglichen, zusammen zu kommen.“ Bischof Vasilios von Aristi vom ökumenischen Patriarchat in Deutschland erklärte: „Wir danken Ihnen und Ihrer Kirche für alles, was Sie für unsere Kirche ideell und materiell geleistet haben.“ Metropolit Serafim von der rumänischen orthodoxen Kirche betonte, nach der kommunistischen Zeit lerne seine Kirche jetzt „von der evangelischen und der katholischen Kirche, was wir in der Gesellschaft und für sie tun können.“

 

„Wir sind uns näher gekommen“, bilanzierte Pfarrer Wagner, mahnte aber gleichzeitig: „Noch vieles ist zu tun, um kulturelle, ethnische und konfessionelle Gräben zu überwinden.“ Im vergangenen Jahr war er von der orthodox-theologischen Fakultät der Universität Babeş-Bolyai im rumänischen Cluj (Klausenburg) für seine „Verdienste um ökumenische Beziehungen und Völkerverständigung“ zum Professor ehrenhalber ernannt worden.

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